Es gab eine Zeit, in der Animation einfach die coolste Sache war, die man jemals gesehen hat. Egal ob es ein Disney-Film war oder eine 3D-Zwischensequenz in einem Videospiel, die dich umgehauen hat, es hatte immer etwas Spektakuläres an sich, wenn erfundene Charaktere sich bewegt und verhalten haben wie im richtigen Leben.

Und denke nicht, dass diese Gewalt an Grafikdesignern vorbeigezogen wäre.

Short animation highlighting a moment for World Cup 2018
Design von šaška™

Im digitalen Zeitalter kann Animation mehr als nur Kinder mit einer Boot fahrenden Maus unterhalten. Es ist ein wirkungsvolles Tool für visuelle Kommunikation. Es ist ein ganz neues Medium für Ausdruck und Kreativität und in praktischer Hinsicht erregt die Bewegung der Animation größere Aufmerksamkeit als statischer Bilder. Und wenn man die Einschränkungen von Realfilmaufnahmen bedenkt, funktioniert eine Animation eines hüpfenden Balls manchmal am besten.

In diesem Artikel geben wir einen allumfassenden Überblick zum Thema Animation. Wir reden über Animation für Designer und und verpassen einigen Techniken aus der Hochzeit der Cartoons ein längst überfälliges Update für die moderne Zeit. Wir zeigen zudem die unternehmerische Seite der Animation und erklären, wie sie sowohl die UX deiner Website als auch die Effektivität digitaler Marketingkampagnen verbessern kann.

Was ist Animation?

Eine Animation ist das Einfangen sequenzieller, statischer Bilder – Zeichnungen oder Fotos lebloser Objekte – und das Abspielen dieser in schneller Abfolge, um lebensechte Bewegung zu imitieren. Wenn du schon mal ein Daumenkino gesehen hast, weißt du, wie es funktioniert.

 

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du bei der Frage „Was ist Animation?“ mehr erwartest als eine technische Definition. Woher kommt sie? Was macht ihren Reiz aus?

Obwohl die Idee von sequenzieller Kunst tausende Jahre zurückgeht – sogar weiter, abhängig von deinem Verständnis von Höhlenmalereien – wurde Animation, so wie wir sie kennen, erst durch die Erfindung des Filmstreifen möglich. Die Optik hinter Animationen ist allerdings bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt, wie wir anhand von Simon von Stampfers phénakisticope (1833) unten sehen.

Eine der ersten Animationen auf Film wurde vom französischen Künstler Charles-Émile Reynaud auf seinem Praxinoskop von Hand gezeichnet – einer revolutionären Erfindung, die zur Filmkamera führte.

Walking star animation
Professor Stampfers stroboskopische Scheibe. Via Wikimedia Commons.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts experimentierten Künstler aus der ganzen Welt mit Animationen, wie beim erst kürzlich entdeckten Katsudō Shashin, das auf die Jahre 1907 bis 1911 zurückgeht, lange vor westlicher Animation. Animationen wurden allerdings bis zur Ära von Walt Disney in den 1920er Jahren hauptsächlich als Novum angesehen, als Ton Einzug in den Film fand. Steamboat Willie (1928), Disneys Vorzeige-Cartoon, war nicht der erste Cartoon mit Ton, aber der bekannteste seiner Zeit.

In den 1930er Jahren merkten andere Studios, dass sich mit Animation Geld verdienen lässt – der Grund für Warner Bros. die Looney Tunes und Merrie Melodies herauszubringen. Die 1930er Jahre sahen eine freundliche Rivalität zwischen Mickey und Bugs Bunny – bekannt als das Goldene Zeitalter amerikanischer Animation – welches in Disney’s Meisterwerk Schneewittchen und die sieben Zwerge mündete, dem ersten Film in Spielfilmlänge, der komplett aus handgezeichneten Animationen bestand.

Der Rest ist Geschichte. Mit der Verbreitung des Farbfernsehers in den später 1950er Jahren betrat mit Hanna-Barbera ein weiterer Pionier im Bereich der Animation die Szene. Nach der kulturellen Revolution in den 1960er Jahren kamen Animationen für Erwachsene auf, von denen die bekannteste Fritz the Cat (1972) war und auf der Arbeit des legendären Comiczeichners Robert Crumb basierte. Und schließlich konnten in den 1990er Jahren computergenerierte Bilder (CGI) mit handgezeichneten Animationen mithalten, welche durch den ersten komplett am Computer animierten Film Toy Story (1995) Verbreitung fanden.

Angesichts der weitreichenden Geschichte der Animation sehen wir, dass ihr Reiz ebenfalls weitreichend ist. Kinder lieben sie natürlich, denn die meisten Geschichten für Kinder enthalten sprechende Tiere, Teekessel oder Bilder, die man ansonsten unmöglich zum Leben erwecken könnte.

Toy Story poster
Schau dir noch mal Toy Story (1995) an – der erste komplett am Computer animierte Film sieht immer noch besser aus als manche moderne Grafiken, die mehr als 20 Jahre später entstanden. Via Pixar

Aber je komplexer die Animationstechniken werden, umso komplexer werden auch die Themen, die sie behandeln. Obwohl CGI heutzutage in beinahe jedem Film verwendet wird, können selbst komplett animierte Filme Erwachsene ansprechen. Schau dir nur mal beliebte, animierte Serien wie Die Simpsons, Family Guy oder South Park an.

Vielleicht liegt ihre größte Stärke nicht darin, dass sie verschiedene Gruppen anspricht, sondern alle Gruppen gleichzeitig. Animation ermöglicht es Künstlern, dieses kindliche Erstaunen hervorzurufen, nicht den eigenen Augen zu trauen, aber diese Kraft für erwachseneres Storytelling und selbst Unternehmen zu nutzen, wie wir weiter unten erläutern.

Wie kann diese visuelle Technik gleichzeitig sowohl das Kind als auch den anspruchsvollen Erwachsenen in uns ansprechen? Schau dir einfach so ziemlich jeden Pixar-Film an. Willst du mir ernsthaft sagen, dass du während der ersten zehn Minuten von Oben keine feuchten Augen bekommen hast?

Überblick für Unternehmen: Looney Tunes für finanziellen Segen

Außerhalb von Film und Fernsehen wird Animation zu einer immer beliebteren Technik für Unternehmen im digitalen Bereich. Animation verbessert Web- und App-Designs und digitale Marketingkampagnen durch ihre praktischen Vorteile ebenso wie durch ihren Unterhaltungsfaktor.

Motion Graphics (das sind animierte Elemente wie Typografie, Symbole, Bilder etc.) haben das Ziel, Konzepte mithilfe von Bewegung zu erklären, wie beispielsweise mit animierten Objekten im Webdesign. Obwohl sie sich nicht so sehr auf Storytelling konzentrieren wie animierte Videos, bringen Motion Graphics dennoch viele der Vorteile von Animation mit sich, allerdings auf eine andere Art. Motion Graphics an den richtigen Stellen einer Website können die Funktion deiner Seite verbessern, ganz zu schweigen von den entzückenden, nebensächlichen Vorteilen: dem Besucher schnell, effektiv und visuell zu zeigen, wie man die Seite bedient.

Motion graphics for cryptocurrency website
Design von Janos Nyujto

Sagen wir, du hast gerade ein brillantes neues Feature hinzugefügt, aber die Daten zeigen, dass es niemand anklickt. Das Problem könnte darin liegen, dass sie es nicht sehen – regelmäßige Nutzer sind so daran gewöhnt, wie deine Seite früher aussah, dass ihnen eine Änderung nicht auffällt. Schnelle Lösung: Verpasse der neuen Funktion eine leichte Animation, sei es, dass sich das Symbol bewegt, oder vielleicht ein pulsierender Benachrichtigungspunkt.

Animation auf diese Weise zu nutzen, kann einen großen Effekt auf die UX haben. Du kannst den beliebtesten Seitenoptionen animierte Verzierungen hinzufügen, um sicherzustellen, dass die Nutzer sie sehen, wenn sie sie brauchen. Du kannst mehr Aufmerksamkeit auf deinen Call-to-Action lenken, um Conversions zu steigern. Du kannst Animation nutzen, um eine Handlung zu bestätigen (z. B. ein Button, der sich bewegt, wenn er angeklickt wird). Motion Graphics können auch für ein bisschen Spaß sorgen, zum Beispiel mit sogenannten Easter Eggs, versteckte Besonderheiten, die in Bilder eingebaut sind und sich bewegen, wenn der Nutzer mit dem Mauszeiger über sie fährt.

Einer der besten Vorteile von Motion Graphics besteht darin, dass man den Nutzern Ursache und Wirkung vermitteln kann, besonders mit Gestensteuerung auf Mobilgeräten. Denke nur mal an Tinders ikonisches Wischen. Die Animation der Seite, die nach links oder rechts gewischt wird, verstärkt die Illusion der Interaktivität. Es fühlt sich an, als ob du tatsächlich etwas bewegst. Stell dir vor, der Bildschirm würde nur blinken und ein neues Profil laden, wenn du wischst. Die App würde nur halb so viel Spaß machen.

Es gibt noch viele weitere Wege, um Animation für Unternehmen zu nutzen. Schaue dir hier die häufigsten Fälle an:

Explainer video animation
Design von SB.D
  • Explainer-Videos – Als eine der beliebtesten Anwendungen von Animationen in modernen Unternehmen verleihen animierte Explainer-Videos sonst faden, langweiligen Videos ein wenig Pep. Unternehmen können die Feinheiten ihrer Dienstleistungen erklären, ohne langweilig zu sein. Der einzige Nachteil ist, dass dieser Trend so beliebt geworden ist, dass Unternehmen sich für experimentellere und einzigartigere Animationsstile entscheiden sollten, um aus der Masse hervorzustechen.
  • Ladeseiten – Niemand starrt gern auf einen leeren Bildschirm. Ladeseiten-Animationen machen nicht nur Ladezeiten angenehmer und verringern das Risiko, dass dein Nutzer abspringt, sondern bieten auch die Möglichkeit, deine Markenpersönlichkeit zu zeigen oder den Nutzer zum Lachen zu bringen. Manche Leute erinnern sich mehr an die Ladeanimation als an die eigentliche Seite!
  • Übergänge – Jeder, der mal einen alten Computer benutzt hat, weiß, wie holprig es sich anfühlt, wenn sich ein neues Fenster ohne jegliches Tamtam öffnet. Animierte Übergänge – Wischen, verblassende Farbverläufe, Verkleinerungen etc. – nutzen die Biologie des menschlichen Auges, um sichtbare Veränderungen so nahtlos wie möglich erscheinen zu lassen, und verleihen der Seite oder App eine ganzheitliche Immersion. Selbst kleinste sichtbare Veränderungen wie Dropdown-Menüs profitieren von ein bisschen Animation.
Motion graphics for a hand tool website
Design von Janos Nyujto
  • Mikrointeraktionen – Motion Graphics haben viele Vorteile für die UX. Wenn du Probleme mit deinem Interface Design hast, könnten ein paar animierte Mikrointeraktionen die Lücken in deiner UX füllen. Beispielsweise könnte ein animierter Effekt für deinen Call-to-Action Button die Conversions erhöhen.
  • Social-Media-Videos – Das Herzstück der Animation besteht darin, zu unterhalten und eine Geschichte zu erzählen, daher solltest du manchmal animierte Videos nur ihretwegen produzieren. Ein animiertes Video für die sozialen Medien zu produzieren, kann kleinen Marken helfen, auf sich aufmerksam zu machen, und großen Marken, in den Feeds ihrer Follower hervorzustechen.
HTML5 animated ad with motion graphics
Design von Maryia Dziadziulia
  • Werbeanzeigen – Auch Werbeanzeigen profitieren von der Aufmerksamkeit, die Animation erregt. Besonders Werbebanner, die so viel Anziehungskraft wie möglich benötigen, um der sogenannten Banner-Blindness entgegenzuwirken. Mit dem richtigen Animationsstil wirst du mit Sicherheit Kunden gewinnen – frage einfach mal bei Launchpeer nach, die dies mit ihren animierten Instagram-Anzeigen bewiesen haben.
  • Animierte Logos – Während orthodoxe Werbung einem vorschreibt „ändere niemals dein Logo“, sagen Branding-Experten, dass Animation die Ausnahme bildet. Responsive und animierte Logos – Logos, die sich abhängig davon, wie und wo sie verwendet werden, verändern – haben sich als wirkungsvoller erwiesen als statische Logos.

Bisher haben wir nur über die Theorie hinter der Verwendung von Animation gesprochen. Lass uns nun die spezifischen Arten der Animation durchgehen und wie du sie nutzen kannst.

Arten der Animation

Beginnen wir damit zu erklären, dass „Animation“ eigentlich ein Oberbegriff für eine Vielzahl von verschiedenen Techniken ist, um Bildern (oder nichtanimierten Objekten) Bewegung zu verleihen. Obwohl es noch mehr gibt, sind hier die vier wichtigsten, welche Designer am nützlichsten finden:

traditional hand-drawn animation
Testanimation. Von Disney, via webneel.

1. Traditionelle Animation – Jede Szene wird individuell erstellt und dann der Reihe nach abgespielt, um die Illusion der Bewegung zu schaffen. Dies ist die historische Wurzel der Animation, aber der Zeit- und Kostenaufwand sind der Grund dafür, dass Animatoren moderne Methoden entwickelt haben.

2. Vektor-basierte Animation – Fortschrittlichere Software unterstützt traditionelle Animation. Das Prinzip ist dasselbe, wobei Flash und andere Vektor-basierte Animationstools viele der einzelnen Szenen durch die Eingabe des Animators erzeugen.

3. 3D-Animation (CGI) – Eine ganz neue Herangehensweise an Animation, bei der Computer sämtliche Bilder generieren und Animatoren die Bewegung und Winkel eingeben. CGI-Animation soll näher an Puppenspiel und traditioneller Animation sein. Die Animatoren konzentrieren sich mehr darauf, die Bewegungen zu kontrollieren, und überlassen das Optische dem Computer.

4. Stop-Motion – Einzelne Szenen werden durch das Manipulieren und Fotografieren realer Objekte eingefangen; am bekanntesten unter dem Begriff Claymation (Knetanimation), aber man kann es auch mit anderen Dingen als Knete machen, wie du unten sehen kannst. Obwohl es so teuer und zeitintensiv wie traditionelle Animation ist, haben die Ergebnisse oftmals einen einzigartigen und unbezahlbaren Look.

Love Goodly gif for social media
Design von agnes design

Dein gewählter Stil hängt von deinen Zielen, deiner Markenpersönlichkeit und deinem Budget ab. Ein Explainer-Video im Stop-Motion-Stil mag dabei helfen, dass es sich von den unzähligen normalen Videos abgrenzt, aber eine Stop-Motion-Benutzeroberfläche für deine Website… wahrscheinlich eher nicht.

Mittlerweile solltest du eine Vorstellung davon haben, wie dein Unternehmen von Animation profitieren kann und du hast vielleicht sogar schon ein paar Pläne, wie du sie nutzen kannst. Aber Animationen zu nutzen ist nicht genug – es müssen gute Animationen sein. Und wen könnte man besser um Rat dazu fragen, wie man hochwertige Animationen erstellt, als Disney-Animatoren aus der goldenen Zeit des Unternehmens?

Animation für Designer: Die Digitalisierung der 12 Disney-Gebote

Im Jahr 1981 schrieben die beiden Disney-Animatoren Frank Thomas und Ollie Johnson das Buch The Illusion of Life, welches viele als Bibel der Animation bezeichnen.

Das Buch enthält die „12 Grundsätze der Animation“. Während die Liste der bewährtesten Methoden ursprünglich für traditionelle Animation gedacht war, treffen die meisten Punkte auch auf das digitale Zeitalter zu… mit ein paar Updates hier und da.

1. Drücke und strecke

Wie ein Objekt sich verhält, wenn es von einem anderen Objekt berührt wird – wie es sich zusammenquetscht und streckt – vermittelt seine Härte und zeichnet ein besseres Bild im Kopf des Betrachters. Denke darüber nach, wie sich ein Gummiball zusammenquetscht, wenn er auf dem Boden aufprallt, und wie eine Bowlingkugel dies nicht tut.

Dieser Effekt kann zugespitzt werden, um einen comicartigen Effekt zu erzielen, oder realistisch gehalten werden für eine lebensechtere Animation. Die eine goldene Regel für beide Stil ist allerdings, dass das Gesamtvolumen des Objekts sich niemals verändert, sondern nur verlagert.

An animated gif of cloud technology for Microsoft
Simuliere Bewegung, indem du Figuren zusammendrückst und streckst wie bei diesem hüpfenden Effekt designst von Maryia Dziadziulia

Das Prinzip bleibt das Gleiche, wenn du es mit abstrakten Objekten in einem digitalen Raum zu tun hast, wie beispielsweise hüpfenden Symbolen. Du kannst die ganze Bandbreite zwischen cartoonartig und realistisch wählen, so lange du dieses Naturgesetz beachtest.

2. Erwartungshaltung

Im echten Leben bewegen sich Menschen und Dinge nicht plötzlich ohne Vorwarnung. Bevor jemand zuschlägt, holt er mit seinem Arm aus; bevor er springt, beugt er seine Knie. Wenn deine Animation ohne vorgreifende Handlung passiert, kann sie zu plötzlich und holprig wirken – mit anderen Worten: wie ein Fake.

Für Webdesign bedeutet dies, dass ein besonderer Schwerpunkt auf den Moment vor der Animation liegt. Wenn du beispielsweise einen Button animieren willst, der gedrückt wird, musst du den Button selbst so designen, dass er auch so aussieht, als könne man ihn drücken.

3. Inszenierung

Das Prinzip entspringt dem Theater: Es geht darum, an welcher Stelle der Bühne die Schauspieler platziert werden, um einen maximalen Effekt zu erzeugen. Aus Sicht des Publikums scheinen Handlungen im vorderen Teil der Bühne wichtiger als solche im hinteren Teil.

Animation ist allerdings filmischer als Theater, daher kann dieses Prinzip auch für Beleuchtung und Blickwinkel gelten. Bei Online-Animationen solltest du über Schlagschatten nachdenken oder darüber, den Blickwinkel zu verschieben, um den besten Look zu erzielen.

4. Drauflos vs. Pose-zu-Pose

Dieses Prinzip bezieht sich auf die für Animation verwendete Methode – entweder man beginnt mit der ersten Pose und erstellt den Rest der Reihe nach oder man erstellt die wichtigsten Posen in der Sequenz und „ergänzt“ dann die Szenen zwischen ihnen.

Die meisten am Computer erstellten Animationen nutzen den Pose-zu-Pose-Ansatz, da der Computer die „Inbetweens“ erstellt. Wenn du allerdings eine Designblockade hast, könnte die Drauflos-Methode dir helfen, Ideen zu finden.

Animation: Mbappé "The Gazelle" Running
Design von Kid Mindfreak

5. Nachschwingen und überlappende Handlung

Diese beziehen sich auf zwei unterschiedliche, aber zusammenhängende Prinzipien, um Realismus zu erzeugen. „Nachschwingen“ hat mit Massenträgheit zu tun und dem Prinzip, dass wenn ein sich bewegender Körper seine Bewegung stoppt, einige Teile nachschwingen. Wenn eine rennende Frau in einem Kleid plötzlich stehen bleibt, werden Teile des Kleides sich aufgrund des Momentums weiterhin vorwärts bewegen.

„Überlappende Handlung“ bezieht sich darauf, wie verschiedene Teile eines Objekts sich unterschiedlich bewegen. Wenn wir laufen, machen unsere linke und echte Seite ihr eigenes Ding und sind selten synchron.

Beide Konzepte sollten auch bei abstrakten Objekten bedacht werden. Es sind kleine Dinge wie diese, die das „gewisse Extra“ sein können und wenn du daran nicht denkst, kann deine Animation künstlich und roboterhaft aussehen.

6. Langsam rein und langsam raus

Dies bezieht sich auf einen technischen Aspekt der Animation. Du kannst die Handlung einer Animation verlangsamen, indem du mehr Szenen hinzufügst und andersrum. Wenn also ein Objekt beschleunigt und abbremst, musst du mehr Szenen hinzufügen und in der Mitte einer Handlung musst du weniger Szenen verwenden. Dadurch wird die Handlung schneller und dann langsamer.

7. Im Bogen

Um eine natürliche Bewegung zu erzeugen, animiere die Bewegung in einer bogenförmigen Bahnkurve. Die meisten Objekte in der Realität neigen sowieso dazu, sich in einem Bogen zu bewegen. Denke nur an die vitruvianische Figur von da Vinci. Eine Bewegung entlang einer bogenförmigen Bahn zu kreieren mag naheliegend scheinen, aber wenn du es vergisst, wird sie irgendwie „komisch“ wirken.

Die gute Nachricht ist, dass manche Animationsprogramme dir die Möglichkeit geben, die Bewegungslinien selbst zu setzen, daher lässt sich dieses Prinzip mit den richtigen Tools leicht umsetzen.

8. Sekundäre Handlung

Dieses Prinzip ist ein bisschen komplizierter als die anderen, denn es beinhaltet, ein Gleichgewicht zu finden. Die Idee ist, dass wenn ein Teil eines Objekts sich bewegt, sich andere Teile in der Regel ebenfalls bewegen. Wenn du die Straße entlang gehst, schauen dein Kopf und deine Augen nicht stur geradeaus; du schaust dich um, nickst, blinzelst etc. Diese sekundären Handlungen können deine Animation lebendiger wirken lassen, aber gehe dabei dezent vor, damit sie nicht von der Haupthandlung ablenken.

gif animation of a football/soccer player
Design von maneka

Dieses Prinzip ähnelt dem „Nachschwingen“ von oben, aber eine sekundäre Handlung steht nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Haupthandlung. Du kannst beide in den obigen Beispielen sehen: Die sekundäre Handlung ist das Blinzeln der Figur, das Nachschwingen ist die Art und Weise, wie der Oberkörper ganz sachte auf und ab hüpft, wenn seine Füße den Boden berühren.

9. Timing

Wir wir oben bereits gesagt haben, verlangsamen zusätzliche Szenen deine Animation, während weniger Szenen sie beschleunigen. Animatoren sollten sich dessen besonders bewusst sein, um Dinge wie Gewicht, Beweglichkeit oder im Falle von Gesichtsausdrücken sogar die Persönlichkeit zu kommunizieren.

Mit anderen Worten, überlasse die Geschwindigkeit deiner Animation nicht dem Zufall. Beachte das Timing realer Objekte und passe die Geschwindigkeit deiner Animation dementsprechend an.

Loading animation for The Game Zone app
Design von ogld

10. Übertreibung

Selbst die realistischste Animation ist immer noch Fantasie… und genau deshalb lieben wir sie. Animation ermöglicht es Künstlern, die Realität zu übertreiben – schau dir nur mal Tom & Jerry an. Habe keine Angst davor, Übertreibungen zu verwenden, um genau die Menge Albernheit zu erreichen, die du erreichen möchtest. Schau dir beispielsweise die Räder in diesem animierten Ladebildschirm an, ganz zu schweigen von den einzelnen Kabinen in diesem Riesenrad. Ohne Übertreibung kannst du auch gleich einen realistischen Film drehen.

11. Räumliches Zeichnen

Dieses Prinzip leitet sich von der Raumgeometrie ab und bedeutet, an den dreidimensionalen Raum zu denken. Besonders wenn man es mit zweidimensionaler Animation zu tun hat, kann man schnell vergessen, an alle drei Dimensionen zu denken (und manche Cartoons ignorieren sie komplett) – deshalb ist es so nervenaufreibend, Simpsons-Charaktere von vorne zu sehen.

The Illusion of Life warnt besonders davor, Charaktere zu kreieren, deren linke und rechte Seite identisch ist. Solche Versehen können die Immersion zerstören.

12. Attraktivität

Logo and Animated Intro for Singer, songwriter & performer Catherine Forte
Design von bubupanda

Mehr eine künstlerischer Sache als eine technische, aber du solltest die Figur deiner Animation attraktiv gestalten, damit man sie ansehen möchte. Dies könnte so etwas Simples sein wie eine leuchtende Farbe oder etwas Kreatives wie große Anime-Augen. Der Punkt ist, dass niemand eine Animation über etwas Ausdrucksloses sehen will.

Das Beispiel hier hat einen charmanten und einzigartigen Stil der Realismus mit Cartoons vermischt, wodurch es eine Wirkung erzielt, die sagt „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Davon profitiert auch die unternehmerische Seite, angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Logo für eine echte Person handelt.

Erwecke deine Designs mit Animation zum Leben

99designs social media animation
Design von Maryia Dziadziulia

Animation ist ein komplizierter Prozess. Ein gut gezeichnetes Bild zu erstellen ist schwer genug, mal ganz abgesehen von tausenden. Deshalb ist Animation mehr so etwas wie eine lebenslange Disziplin als etwas, an dem sich Künstler mal eben am Wochenende versuchen.

Aber es ist eine Disziplin, die der Mühe wert ist. Animation hat nicht nur klare Vorteile für Unternehmen und Designs, es ist eine wahrhaft magische Kunstform, die jedes banale Projekt in die Höhen der Vorstellungskraft bringt. Versuche es mit Animation und du wirst dich fragen, wie du es jemals in der Welt der statischen Designs ausgehalten hast.

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