Du brauchst ein gutes Design und zwar am besten gestern. Du interviewst mögliche Freelance-Designer für den Job, aber wie kannst du genau feststellen, welche Fähigkeiten, Stil und Erfahrungen sie haben, ohne selbst viel über Grafikdesign zu wissen? Ironischerweise gilt, je weniger du weißt, umso mehr musst du jemanden engagieren, der viel weiß. Was sind also die besten Fragen, die du einem Designer stellen kannst, bevor du dich entscheidest, mit ihm zu arbeiten?

In diesem Artikel führen wir dich durch die richtigen Fragen, die du einem Designer während des Interviews stellen solltest. Wichtiger noch, wir geben dir einen guten Grund für jede Frage. Es ist essenziell zu wissen, warum du fragst, was du fragst. Ob du nun Designer am Telefon interviewst, via E-Mail oder persönlich, die Fragen, die du stellen willst, bleiben die gleichen.

Es gibt viele Fragen; wir haben die wichtigsten Themen zusammengefasst, von ganz allgemein bis hin zu sehr spezifisch. Lass uns zuerst die Grundlagen durchgehen.

Was du fragen solltest, bevor du einen Designer engagierst: Standardfragen

Wenn dies das erste Mal ist, dass du einen Freelancer interviewst oder du ausführlicheren Rat willst, lass uns zunächst die Standardfragen durchgehen, die du stellst, bevor du einen Designer engagierst. Betrachte dies als „Runde 1“, weiter unten findest du „Runde 2“ für deine Finalisten.

Als Erstes musst du sicherstellen, dass ihre Verfügbarkeit und ihr Aufenthaltsort deinen Anforderungen entsprechen. Wenn du sie gefunden hast, indem du dir Portfolios angeschaut oder eine Designer-Suche benutzt hast, sind sie möglicherweise nicht sofort für Projekte verfügbar. Daher ist es essenziell, ihre Verfügbarkeit für neue Projekte anzufragen – und das Eis zu brechen.

„Finde einen Designer“-Suche
„Finde einen Designer“-Suche

Viele freiberufliche Designer arbeiten von unterwegs, aber das kannst du nicht wissen, solange du nicht fragst. Wenn es dir wichtig ist, mit jemandem persönlich oder am Telefon zu arbeiten, musst du das frühzeitig erwähnen, damit du ihre Zeit nicht verschwendest – oder deine.

Ebenso musst du sicherstellen, dass sie zu deinem Budget passen. Die Kosten eines Designers variieren um tausende Euros, also besprich den Preis so bald wie möglich, um eine Sackgasse zu vermeiden.

Achte auch darauf, ob sie Erfahrung mit der Art von Design haben, die du benötigst. Der weltbeste Website-Designer hat möglicherweise absolut keine Ahnung davon, wie man Logos designt, also sorge dafür, dass deinen Kandidaten auch wirklich für das qualifiziert sind, was du möchtest.

Wenn du mehr erfahren möchtest, lies diesen umfassenden Einsteiger-Guide, um einen Grafikdesigner zu finden und zu engagieren.

Wenn du bereit bist, fahre mit diesen fortgeschrittenen Fragen für Designer fort, die die erste Runde überstanden haben.

Was du fragen solltest, bevor du einen Designer engagierst: 9 tiefergehende Fragen

Hier findest du nicht nur die Fragen, die du deinen potenziellen Designern stellen kannst, sondern auch die Gründe dahinter. Dazu gehört ein bisschen Kontext, mit dem Nicht-Designer möglicherweise nicht vertraut sind, und ebenso worauf du bei den Antworten achten solltest.

Wir beginnen mit weitläufigeren Fragen und gehen dann über zu detaillierteren und differenzierteren Fragen. Du kannst der Reihenfolge unserer Fragen folgen oder sie so umordnen, wie es für dich am besten passt.

1. Kannst du dein Portfolio mit mir durchgehen?

Jeder, der schon einmal einen Designer engagiert hat, wird dir sagen, dass das Portfolio eines Designers die wertvollste Quelle ist, abgesehen vom Designer selbst. Wenn der Designer es soweit in deinem Einstellungsprozess geschafft hat, stehen die Chancen gut, dass du mit seinem Portfolio bereits vertraut bist. Es durch seine Augen zu sehen, während er es genauer erläutert, eröffnet dir jedoch noch mal einen ganz anderen, neuen Blick.

Designer-Profil für Angela Cuellar
Designer-Profil für Angela Cuellar

Zuerst solltest du fragen, worauf er am stolzesten ist und weshalb. Dies gibt dir einen Einblick in seine Prioritäten, ob ihm kommerzieller Erfolg wichtig ist, Kundenzufriedenheit oder künstlerisches Schaffen. Das hilft dir, einen Freelancer zu finden, der besser zu den Zielen deines Unternehmens passt. Du solltest auch schauen, ob seine Lieblingsarbeit sich mit deiner deckt, um herauszufinden, ob eure stilistischen Ziele zusammenpassen.

Bitte ihn zusätzlich darum, seine Aufgaben am jeweiligen Projekt zu erklären. Design ist ein Gemeinschaftsprojekt, daher könnte der Teil, der dir am besten gefällt – vielleicht das Farbschema oder ein Maskottchen-Design – von jemand anderem gemacht worden sein. Etwas über die Aufgaben deines Designers zu erfahren, könnte eventuell auch Türen öffnen, an die du zuvor nicht gedacht hast: Wenn dein Designer häufig mit Typografie arbeitet, könntest du darüber nachdenken, deiner Marke oder deinem Projekt eine maßgeschneiderte Schriftart zu verpassen.

2. Wie gehst du an ein neues Projekt heran?

Lass uns das klar sagen: Gutes Design hat zum Ziel, Probleme zu lösen. Das Problem könnte etwas weitgehender sein, wie beispielsweise ein freundlicheres Image, oder etwas mehr schwarz-weiß, wie das Erfüllen einer Verkaufsquote. So oder so, der richtige Grafikdesigner kann dir helfen, diese Probleme zu lösen.

Jeder neue Designer sollte die Bedürfnisse des Kunden verstehen – das Problem, das gelöst werden muss – bevor er sich an die Arbeit macht. Suche nach Designern, die diese Frage beantworten, indem sie nach Lösungen suchen: Nutzerdaten recherchieren, mit dem Team sprechen, ältere Designarbeiten anschauen etc. Jeder Designer hat seine eigene Methode, um Probleme zu lösen. Wonach du wirklich suchst, ist, ob sie einem soliden Ablauf folgen.

3. Wie sieht in der Regel dein Zeitplan für ein Projekt wie dieses aus?

Rooster clock illustration
Art Design von Marrieta

DieseFrage ist ziemlich naheliegend, aber sollte erwähnt werden. Nachdem du die Details deines Projekts erläutert hast und welches Ziel du verfolgst, frage nach einer Schätzung, wie lange es dauern wird. Dies ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzugehen, dass der Designer die Arbeit innerhalb deines Zeitrahmens erledigen kann.

Genauso wichtig wie diese Frage ist die Anschlussfrage: Was machst du, wenn ein Projekt länger dauert als erwartet? Die Dinge laufen nicht immer wie geplant, daher ist es gut klarzustellen, was du zu erwarten hast, wenn eine Deadline nicht eingehalten wird. Der Designer könnte zusätzliche Zeit in Rechnung stellen oder den ursprünglichen Preis komplett ändern. Es ist am besten, alle Probleme zu klären, bevor sie aufkommen.

4. Kannst du deinen Designablauf erklären?

Der Ablauf eines Designers ist wie seine persönliche Coca-Cola-Formel. Er weigert sich vielleicht erstmal, ihn zu erklären, aber wenn er es dann doch tut, wirst du ein bisschen besser verstehen, was ihn so besonders macht und wie er sich im Vergleich zu anderen Designern schlägt.

Obwohl du einen Designer nicht nach der Quelle seiner Kreativität beurteilen kannst, kannst und solltest du abschätzen, wie er Unternehmensziele einarbeitet und mit dem Kunden arbeitet. Es gibt keine falschen oder richtigen Antworten. Nutze seine Antworten vielmehr, um zu verstehen, ob er zu deiner Unternehmenskultur passt (oder deinen Designbedürfnissen). Wenn du ein straffes Regiment führst und er locker und ungebunden ist, könnte es zu Spannungen kommen.

Für Fragen wie diese ist es gut, vage zu bleiben und den Designer die leeren Stellen ausfüllen zu lassen. Was ein Designer bereit ist zu teilen und was er letztlich sagt, kann bereits sehr aussagekräftig sein. Als generellen Interview-Tipp solltest du der Versuchung widerstehen, die Frage weiter auszuführen, es sei denn, der Interviewte bittet darum. Ein paar Sekunden peinliche Stille kann zu neuen Enthüllungen führen, die der Designer ansonsten nicht geteilt hätte.

5. Nach welchen Eigenschaften suchst du bei einem Kunden?

Ein weiterer direkter Weg, um die Kompatibilität zu prüfen, ist, die Sache aus seiner Perspektive zu betrachten. Zu fragen, welche Eigenschaften er bei Auftraggebern mag – und nicht mag –  kann ebenfalls eklatante Differenzen aufzeigen, bevor sie zum Problem werden.

Noch einmal, es gibt keine falschen Antworten. Du beurteilst, wie gut ihr zusammenarbeiten könnt, statt was für ein Designer er ist. Frage besonders, ob es irgendwelche Deal Breaker oder Einwände im Hinblick auf Arbeitsabläufe, deinem Management-Stil oder auch logistische Bedenken, wie beispielsweise die Zahlungsmodalitäten gibt.

6. Wie arbeitest du am liebsten mit anderen Teammitgliedern zusammen?

Genauso wie du wissen willst, wie der Designer mit dir zurechtkommen wird, willst du abschätzen, wie gut er mit anderen Teammitgliedern arbeiten wird (falls dies zutrifft – manche Designprojekte sind auch Einzelprojekte).

Women collaborating at a computer
via Pexel

Für diese Frage solltest du deine Entwickler, Texter oder Projektmanager dabei haben oder ihnen zumindest hinterher die Antworten des Designers mitteilen. Deine anderen Teammitglieder haben ebenfalls ihre eigenen Arbeitsabläufe und du willst, dass dein Team so effizient wie möglich zusammenarbeitet.

Diese Frage verdient es, weiter nachzuhaken. Zum einen solltest du nach Beispielen aus der Praxis für Übergaben und/oder direkte Zusammenarbeit fragen. Dies gibt dir konkretere Antworten darauf, wie er mit anderen arbeitet, und vermeidet vage oder allgemeine Antworten.

Es lohnt sich auch zu fragen, wie er Streitigkeiten und Differenzen bei Geschmack und Meinung löst. Du kennst deine Teammitglieder, also kannst du deine eigenen Schlüsse ziehen, wie sie Spannung vermeiden oder überwinden.

7. Wie gehst du mit Streit mit Kunden um

Die letzte Frage aus der Reihe über Konfliktlösung. Du willst sehen, wie gut er Kritik oder Ablehnung von seinem Kunden akzeptiert.

Diese Frage scheint ziemlich direkt – und die Einzelheiten seiner Antwort sollte deine Entscheidung beeinflussen – aber sie hat mehr Nuancen. Diese Frage bestimmt, ob der Designer seine Entscheidung verteidigen wird, wenn er kritisiert wird.

Du suchst im Grunde nach einem Designer, der zu seinen Entscheidungen steht und seine Arbeit Nicht-Designern erklärt. Allerdings suchst du auch nach jemandem, der respektvoll und professionell ist und den Kunden zufriedenstellen will. Das ist ein schmaler Grat und du musst die Antwort des Designers auseinandernehmen, um genau zu sehen, auf welcher Seite des Spektrums er sich bewegt.

8. Welche Marken oder Designprojekte bewunderst du am meisten?

book cover design for The Ticket
Buchcover-Design von B&J

Dies kann eine erleuchtende Frage sein. Stelle sie so, dass sie für dein Projekt relevant ist. Wenn du einen Freelancer engagierst, um ein Buchcover zu designen, frage ihn, welche Buchcover er am meisten bewundert.

Diese Frage sollte dir einen Einblick in den Charakter des Designers geben: seine stilistischen Vorlieben, künstlerischen Prioritäten und sein Verständnis seiner eigenen Arbeit. Es ist ein guter Weg, um klare Antworten zu bekommen und zu sehen, ob eure Geschmäcker übereinstimmen.

Bei dieser Frage solltest du auch darauf achten, wie er seine Favoriten beschreibt. Nutzt er technische Fachbegriffe und geht auf die bestimmten Aspekte des Designs ein oder sagt er einfach nur „es sieht gut aus“ und belässt es dabei? Du musst das Design-Gerede selbst nicht verstehen – es spielt nur eine Rolle, ob er es versteht.

9. Was macht deiner Meinung nach einen guten Designer aus?

Mit der letzten Frage möchtest du noch mehr über seinen Charakter erfahren, indem du ein Frage mit offenem Ausgang stellst. Wie bei manch anderen auf dieser Liste solltest du sie vage halten und den Interviewten entscheiden lassen, wie er sie beantworten möchte.

Diese Frage enthüllt geradewegs die Vorlieben und Motivationen des Designers. Darüber hinaus kann sie etwas über seine Stärken und Schwächen zeigen. Manchmal wählen Menschen ihre eigenen Eigenschaften, auf die sie am stolzesten sind, manchmal wählen sie Eigenschaften, die ihnen fehlen, auf die sie aber hinarbeiten.

Und sie zeigt indirekt, wie gut er Grafikdesign als Beruf im Ganzen versteht. Erfahrenere und geschicktere Designer werden zu diesem Thema mehr zu sagen haben als Anfänger. Wie auch zuvor solltest du darauf achten, wie gut er Designbegriffe verwendet, unabhängig davon, ob du persönlich sie verstehst.

Bonusfrage: Was sollte ich noch über dich als Designer oder deine Arbeitsweise wissen?

illustration of designer at work
Illustration von felipe_charria

Es ist immer gut, ein Interview zu beenden, indem du dem Designer die Chance gibst, freiwillig etwas hinzuzufügen. Dies könnte etwas sein, was er die ganze Zeit schon ansprechen wollte, wozu er aber keine Gelegenheit hatte, oder etwas, was ihm hinterher eingefallen ist und noch hinzufügen wollte.

Wie auch bei anderen Fragen mit offenem Ausgang wirst du mehr erfahren, wenn du dem Designer die Kontrolle überlässt. Achte darauf, über welche Themen er redet und was er tatsächlich sagt.

Wenn der Designer nichts hinzuzufügen hat, ist das auch okay. So oder so ist es gut, ihm die Chance zu geben. Wenn du ihn tatsächlich engagierst, geht eure Zusammenarbeit gleich gut los.

Finde und engagiere noch heute einen Grafikdesigner

Da du nun weißt, worauf du achten musst, bevor du einen Designer engagierst, bist du bereit, einen zu engagieren? Designer zu suchen und zu entdecken kann ein nervtötender und ermüdender Prozess sein, wenn du nicht weißt, wo du suchen sollst. Aber es gibt Tools, die es dir leicht machen, wie beispielsweise die „Finde einen Designer“-Suche. Du kannst aus 1.4 Millionen Designern auswählen. Individuelle Filter für die Art des Projekts, der Branche, in der du arbeitest, das Können des Designers und anderen relevanten Kriterien wie die Sprache erleichtern die Suche zusätzlich.

Wenn du nicht sicher bist, welche Art Design du willst, kannst du auch einen Designwettbewerb starten, bei dem Designer um dein Projekt konkurrieren. In einem Designwettbewerb beschreibst du dein Projekt in einem Briefing und Designer aus der ganzen Welt erstellen Entwürfe basierend auf dem, was du geschrieben hast. So kaufst du nicht die Katze im Sack und du triffst deine Wahl anhand der Designs statt des Designers. Starte deinen Designwettbewerb gleich hier.

Willst du den perfekten Designer für dein nächstes Projekt finden?
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