Egal welche Art Unternehmen du führst, du brauchst eine Marketingstrategie – und diese wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach an den Grundsätzen des Marketings orientieren. Ob du nun ein Ladengeschäft hast, Onlinehändler bist oder eine Dienstleistung anbietest, Marketing ist der einzige Weg, um potenzielle Kundschaft wissen zu lassen, was du tust. Du denkst vielleicht, derzeit überhaupt kein Marketing zu betreiben, aber selbst eine Website oder Social-Media-Präsenz, bei der dein Unternehmen erklärt oder beworben wird, ist eine Form des Marketings.

Illustration: Lehrer erklärt grundsätze marketing
Illustration von OrangeCrush

Marketing ist wichtig, da es deinem Unternehmen ermöglicht, eine Beziehung zur bestehenden Kundschaft aufzubauen und noch mehr Menschen zu erreichen. Die Entwicklung einer Marketingstrategie, die alle Bereiche und Aspekte deines Unternehmens abdeckt, wird sicherstellen, dass du dich an die für dich besten Marketingpraktiken hältst und dich über neue und aufkommende Marketingtechniken auf dem Laufenden hältst, die dein Unternehmen voranbringen können. Der Kern dieser Strategie sollten die fundamentalen Grundsätze des Marketings sein, die jedes Unternehmen in jeder Branche anwenden kann, um eine möglichst starke und effektive Marketingstrategie zu gewährleisten.

Wie lauten die Grundsätze des Marketings?

Die ursprünglichen Grundsätze des Marketings, auch bekannt als die 4 P, wurden erstmals in einem Buch des renommierten Marketingprofessors E. Jerome McCarthy mit dem Titel Basic Marketing: A Managerial Approach veröffentlicht. Obwohl die Ursprünge dieses Leitfadens bis in die 40er Jahre zurückgehen. Diese Grundsätze bilden die Blaupause für die erfolgreiche Vermarktung deines Unternehmens und es wäre fahrlässig von dir, die Nase über sie zu rümpfen, nur weil sie über 60 Jahre alt sind.

Die 4 P bieten nicht nur die wichtigsten Punkte, auf die man sich bei der Einführung einer Marke konzentrieren sollte, sondern auch die Elemente, die bei der weiteren Vermarktung der Marke unbedingt zu berücksichtigen sind. Die ersten vier Grundsätze des Marketings lauten:

  • Produkt: Die Waren oder Dienstleistungen, die dein Unternehmen anbietet, und ob sie die Anforderungen und Erwartungen deiner Zielgruppe erfüllen.
  • Preis: Finde die perfekte Gewinnspanne, ohne dass deine Preise zu hoch für deine Kundschaft sind, aber auch nicht so niedrig, dass du riskierst, pleitezugehen.
  • Platzierung: Auf welche Weise (und wo) du deine Produkte oder Dienste verkaufst oder lieferst.
  • Promotion: Das offensichtlichste Marketingelement bezieht sich auf Strategien wie Rabatte, Werbung und andere Wege, um deinen Zielmarkt zu erreichen und auszuweiten.
ein Rad, das die Ergebnisse der Marktforschung darstellt
Die Ergebnisse der Marktforschung. Von MS Templates

Ebenso wie deine Marketingstrategie sollten sich auch die 4 P mit der Zeit weiterentwickeln. Seit den 80ern werden die 7 P als eine erweiterte Variante der Grundsätze anerkannt, die für das moderne Zeitalter geeignet sind. Die drei zusätzlichen P wurden von den Vermarktern Booms and Bitner entwickelt, um weniger greifbare Marketingelemente zu beschreiben, zum Teil inspiriert durch die moderne Umstellung auf digitale Verkäufe und Dienstleistungen. Die drei neuen P sind:

  • Personen: Wie die Kundschaft während des gesamten Geschäftsprozesses mit echten Menschen in Kontakt tritt – ein wichtiger Aspekt, den du berücksichtigen solltest, falls dein Unternehmen hauptsächlich digital arbeitet.
  • Prozess: Wie reibungslos der Weg der Kundschaft von der Entdeckung deiner Marke bis hin zum Erhalt des Produkts oder der Dienstleistung verläuft.
  • Physische Evidenz: Die Menge physischer Ergebnisse oder bei digitalen Dienstleistern die Art und Weise, wie physische Dinge wie eine Website oder Werbung deine Marke und ihr gesamtes Marketing unterstützen.
ein Flyer mit einem Bericht über die Marktanteile des Konzerns auf blauem und grauem Hintergrund
Ein Gruppenmarktanteilsbericht von YaseenArt

Die 7 Grundsätze des Marketings erklärt

1. Produkt

Es macht durchaus Sinn, dass das Produkt der erste der Grundsätze des Marketings ist, da du ohne ein gutes Produkt kein Unternehmen hast. Der Produkt-Teil deiner Marketingstrategie sollte sich nicht nur auf die Qualität des Produkts selbst konzentrieren, sondern auch darauf, wie gut es auf den Markt passt und wie hoch die Nachfrage ist. Du kannst mit Marktforschung in Form von Interviews, Umfragen und Befragungen beginnen. Wenn du die Relevanz deines Produkts kennst und weißt, wie hoch die Nachfrage nach ihm ist – und was deine Kundschaft gern an ihm ändern würde – kannst du deine Marketingstrategie jedes Jahr entsprechend anpassen.

2. Preis

drei Angestellte in verschiedenen Branchen mit einer Münze daneben, die Kosten und Preis symbolisiert
Illustration von Studio yknot

Der Preis ist beinahe – wenn nicht gar genauso –wichtig für dein Unternehmen wie ein gut durchdachtes Produkt. Ohne eine klare Preisstrategie zur Optimierung deiner Kosten könntest du pleitegehen, unabhängig davon, wie toll dein Produkt oder Service auch sein mag. Es wird immer unvorhersehbare Elemente geben, die Einfluss auf deinen Preis haben, beispielsweise neue Entwicklungen in der sich stets weiterentwickelnden digitalen Landschaft oder das Aufkommen eindrucksvoller neuer Wettbewerber. Wenn es aber um dein Marketing geht, musst du mehr beachten als nur den buchstäblichen Preis deines Produkts.

Deine Preisstrategie sollte nicht nur deine laufenden Kosten abdecken und deine Investitionen wieder reinholen, sondern auch Promotions und Verkäufe berücksichtigen, mit denen neue Kundschaft gewonnen werden soll. Mit einem geringeren Preis anzufangen oder die Preise entsprechend den Markttrends regelmäßig zu senken, kann neue Kunden und Kundinnen anlocken. Wenn du deine Gewinnspannen jedoch so geplant hast, dass du ausschließlich zum vollen Preis verkaufst, könntest du in Schwierigkeiten geraten

Denke daran, die Gewinnspannen und erwarteten Aufschläge in deiner Branche zu recherchieren. Der Schlüssel zu einem angemessenen Produktpreis liegt darin, zu verstehen, welchen Wert deine Kundschaft für angemessen hält.

3. Platzierung

Obwohl der Ort, an dem dein Unternehmen tätig ist, eher für Unternehmen mit einem Ladengeschäft von Bedeutung ist, sollte er von digitalen Marken nicht vernachlässigt werden. Natürlich ist deine Website dein „Ort“, aber deine Marketingstrategie sollte berücksichtigen, wie du darüber hinaus ein breiteres Publikum erreichen kannst, sei es durch den Verkauf über Affiliate-Links in den sozialen Medien oder über Drittanbieter wie Etsy oder Wayfare.

Selbst physische Geschäfte sollten über eine Onlinepräsenz verfügen, um mehr Menschen zu erreichen. Physische Geschäfte haben den Vorteil, ihr Produkt der Kundschaft bei Veranstaltungen, Messen, auf Marktplätzen oder sogar im Rahmen von Partnerschaften mit anderen lokalen Geschäften präsentieren zu können. Dadurch können deine Unkosten sinken, denn dein physisches Produkt an Orten zu präsentieren, von denen du weißt, dass deine Zielgruppe sie finden wird, bedeutet, dass du weniger Zeit damit verbringst, mit anderen Verkäufern zu konkurrieren und mehr Zeit damit, Verkäufe zu tätigen.

sechs Abbildungen verschiedener Ladenfronten
Illustration von Maria GR

4. Promotion

Promotions, der letzte Teil der ursprünglichen Liste der Grundsätze des Marketings, sind das, woran die meisten Leute denken, wenn sie den Begriff „Marketing“ hören. In Ladengeschäften können dazu Auslagen, Flyer, Events und deine allgemeine Positionierung nicht nur am Markt, sondern auch in deinem Ort zählen. Auf diese Weise steht Promotion in enger Verbindung zu dem Grundsatz des Ortes.

Doch die 7 P erinnern uns daran, dass Strategien dazu da sind, auf sie aufzubauen. Daher sind digitale Marketingstrategien für deine Promotion von großer Bedeutung, unabhängig davon, ob du ausschließlich online tätig bist oder ein Ladengeschäft betreibst. Zusätzlich zu den Verkäufen, Rabatten und anderen Angeboten, die deine Kundschaft anlocken, musst du auch die „alltäglichen“ Elemente berücksichtigen, die das Interesse deiner Kundschaft aufrechterhalten und dafür sorgen, dass potenzielle Kunden und Kundinnen zu dir kommen.

Dazu zählt spezieller Content wie Blogs, Podcasts und Videos; Social-Media-Kanäle für ansprechenden Content und Partnerschaften mit Influencern (und nun auch Werbung und Verkauf); bezahlte Werbung über Google Ads und andere Auktionsplattformen sowie E-Mail-Marketing, um deiner Kundschaft ein Gemeinschaftsgefühl zu geben.

Zwei Figuren springen und klatschen vor einem Kalender
Marketing gewinnt. Illustration von Spoon Lancer

5. Personen

Zu den Menschen, die du in deinem Marketing berücksichtigen musst, zählt nicht nur deine Kundschaft – auch wenn diese sicherlich zu den wichtigsten Leuten zählen. Dieser Grundsatz bezieht sich tatsächlich auf die menschliche Seite deines Unternehmens, die deine Kundschaft wissen lässt, dass hinter deiner Marke ein echter Mensch steht.

Für unabhängige Marken kann Kundenservice einfach sein, da eine Person wahrscheinlich Eigentümer, Gründer, Hersteller und Förderer des Unternehmens ist – die „Menschen“ hinter ihrem Unternehmen scheinen zugänglich zu sein. Dies macht es Eigentümern unabhängiger Marken auch leicht, der Kundschaft das Gefühl zu geben, dass man sich um sie kümmert – und davon solltest du auch nicht ablassen, wenn deine Marke wächst.

Ein Bericht von McKinsey hat gezeigt, dass die Art und Weise, wie mit Kunden und Kundinnen umgegangen wird, bis zu 70 % der Gesamterfahrung der Kundschaft ausmachen kann – unabhängig von der Qualität deines Produkts, deiner Präsenz in den sozialen Medien oder wie schnell das Produkt bei ihr ankommt. Tatsächlich gaben 65 % der Menschen an, dass sie sich aufgrund von schlechtem Kundenservice schon mal von einem Unternehmen abgewandt haben und da es 5 bis 25 Mal günstiger ist, eine bestehende Kundschaft zu behalten als neue Kundschaft zu gewinnen, kann schlechter Service schmerzhaft hohe Kosten verursachen.

6. Prozess

Deinen Unternehmensprozess zu perfektionieren wird deine Kosten senken: So einfach ist das. Durch die Optimierung der Abläufe deines Unternehmens – von der Vereinfachung des Produktionsprozesses bis hin zur Rationalisierung aller Abteilungen – wird ein standardisierter Arbeitsablauf, der sich durch dein gesamtes Unternehmen zieht, für deine Angestellten einfacher zu befolgen sein. Es wird auch das Onboarding für neue Teammitglieder reibungsloser und einfacher machen.

Darstellung des Prozesses vom Menschen zum Service
Illustration von DoRoCreated

Dies kann von der Entwicklung von Schulungen, um sicherzustellen, dass all deine Angestellten ihre Aufgaben auf dieselbe Weise erledigen, bis hin zur Einführung neuer Software reichen. Wenn du Onlinehänder bist, kann beispielsweise die Nutzung von Shopify zu reibungsloseren und intuitiveren Abläufen in deinem Unternehmen führen.

7. Physische Evidenz

Deine Marke muss keine physischen Produkte produzieren oder über ein Ladengeschäft verfügen, um sich auf physische Evidenz stützen zu können. Physische Evidenz kann für einen Softwareentwickler zum Beispiel ein funktionierender Code sein. Für einen Autoren könnte es ein Text sein, der vor Abgabetermin abgesegnet wird. Für einen Taxifahrer ist es vielleicht ein glücklicher Passagier, der sicher an seinem Ziel abgesetzt wird.

Aber noch vor dem physischen Beweis einer erfolgreich abgeschlossenen Transaktion gibt es die Beweisstücke, die deine Kundschaft überhaupt erst zu dir führen. Dazu gehört starkes Branding, mit dem deine Kundschaft sich identifizieren kann. Eine Website, die ein gutes Nutzererlebnis bietet, Kundenservice, der schnell antwortet, sowie Richtlinien und Versprechen, die Vertrauen zwischen Unternehmen und Zielgruppe schaffen, dienen als Beweis dafür, dass dein Unternehmen an jeder Stelle für ein gutes Kundenerlebnis sorgt.

Ein Laptop, auf dem die Webseite für ein Social-Media-Marketing-Beratungsunternehmen zu sehen ist
Website und Branding eines Dienstleister. Von Creative_Ahmed

Welche Grundsätze des Marketings sind für mich am wichtigsten?

Der Sinn dieser Grundsätze ist, dass jedes Unternehmen sie in seiner Marketingstrategie anwenden kann und sollte. Daher ist jeder dieser Grundsätze breit gefächert, um sie universell anwenden und an die Bedürfnisse jedes Unternehmens anpassen zu können. Das macht es einfacher, sie für deine eigene Marke zu nutzen.

Natürlich können wir ohne Glaskugel nicht sagen, welcher dieser Grundsätze am besten zu deiner Marke passt – aber du kannst das! Auch wenn sich alle 7 Grundsätze des Marketings auf jede Marke anwenden lassen, wird es wahrscheinlich ein oder zwei geben, die besonders relevant für dich sind.

illustration: Zwei Personen, die an einem Schreibtisch sitzen, schauen auf ihre Bildschirme
Illustration von Spoon Lancer

Von daher sind sie ein guter Ausgangspunkt für jedes Unternehmen, das bei der Entwicklung einer Marketingstrategie Hilfe benötigt. Du hast dir vielleicht sogar schon Gedanken darüber gemacht, wie du sie anwenden kannst. Warum arbeitest du also nicht die 7 Grundsätze des Marketings in der Reihenfolge durch, in der sie auf dich zutreffen? Die 7 Grundsätze des Marketings der Relevanz für dein Unternehmen nach zu sortieren, wird deinem Team dabei helfen zu verstehen, welche am wichtigsten sind, und deine gesamte Marketingstrategie machbarer wirken lassen.

Wie die Grundsätze des Marketings zum Erfolg führen können

Auch wenn alle 7 Grundsätze des Marketings auf jedes Unternehmen angewandt werden können – und alle bei der Entwicklung deiner Marketingstrategie berücksichtigt werden sollten – werden sich manche klarer und einfacher umsetzen lassen als andere. Eine gut durchdachte Marketingstrategie, die auf den 7 Grundsätzen des Marketings basiert, wird dir helfen, fundiertere Entscheidungen zu treffen und intelligenter zu arbeiten, wenn es darum geht, die Marke aufzubauen, die deine Kundschaft sich wünscht.

Trotz sich stetig verändernder Marktbedingungen kannst du auf diese Grundsätze zurückgreifen, um alles zu meistern, was dir bei der Vermarktung eines Unternehmens begegnen könnte. Wer weiß, vielleicht fallen dir sogar selbst ein paar Grundsätze ein.

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