Nicht jede Marketingaktion ist so einfach messbar wie E-Mails, SEM oder Direct Mailing. Manchmal muss man einfach seiner Erfahrung vertrauen und nicht den Zahlen. Eine dieser schwer messbaren Maßnahmen ist eine gut designte Broschüre.

Es ist nicht nur schwer, den Wert einer Broschüre nachzuweisen, auch die Druckkosten können stark variieren und sind somit schwer nachvollziehbar. Es kann nur eine Version pro Auflage gedruckt werden und mit dieser kann auch eine Weile gearbeitet werden. Man hat keine Möglichkeit, eine Broschüre auszuprobieren oder ein A/B-Testing zu machen, um die Effektivität zu steigern. Man muss es also mit dem ersten Versuch hinkriegen.

Um sicherzustellen, dass eine Broschüre, die ihren Zweck erfüllt, entsteht, braucht der Designer ein klares Briefing – Absicht, Zielgruppe und Design- oder Inhaltselemente müssen klar herausgearbeitet sein. Im Folgenden werden die fünf Typen des Broschüren-Designs erklärt und 99designs wartet mit ein paar funktionierenden Beispielen aufwarten.

1. Direct Mailing

Wie der Name schon sagt, wird eine Direct-Mailing-Broschüre direkt an den Kunden oder Interessenten via Post versandt. Allerdings erwartet der Rezipient diese Art von Post nicht und wird ihr demzufolge nicht sehr viel Aufmerksamkeit schenken. Das bedeutet, dass keine komplizierten Inhalte vermittelt werden dürfen. Anstelle dessen liegt der Fokus auf der Attraktivität der Broschüre. Sie muss einfach zu lesen sein und eine klare Aufforderung beinhalten. Je nach Geschäft wird das eine E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer, ein Coupon, den man im Laden einlösen kann, oder eine werbende Landing Page sein.

Ein gutes Beispiel liefert Welcome Funds. Ihre Broschüre ist klar strukturiert, einfach zu lesen und sie weist eine Vielzahl an verschiedenen Call-to-Actions auf.

Welcome Funds Broschüre

Welcome Funds Broschüre designt von rumster

2. Verkaufsförderung

Verkaufsfördernde Broschüren dienen dem Sales-Team als Unterstützung, um ihre Aussagen im Kundengespräch zu unterstreichen. Sie können besonders nützlich sein, um ein großes Sortiment zu präsentieren oder um komplexere Informationen darzustellen.

Verkaufsfördernde Broschüren sollten die Schlüsseleigenschaften und die wichtigsten Vorteile durch Überschriften, Aufzählungen, Grafiken und Bilder hervorheben. Details kann das Sales-Team im Gespräch vermitteln.

Diese Seiten der Wynbox Broschüre sind ein exzellentes Beispiel dafür, wie hilfreich eine Broschüre sein kann, um die Servicevorteile zu kommunizieren und komplexe Integrationsprozesse zu erklären.

Wynbox Broschüre

Wynbox Broschüre designt von YaseenArt

3. Beantwortung von Kundenanfragen

Broschüren dieser Art werden an Interessenten versandt, die mehr Informationen angefordert haben. Da der Rezipient sein Interesse ja schon bekundet hat, ist es nicht notwendig, die ganze Firma noch mal vorzustellen. Anstelle dessen kann sich hier an dem AIDA-Werbewirkungsprinzip orientiert werden.

Wie immer: Die Broschüre muss attraktiv, verführerisch und einfach zu lesen sein. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Ein hoher Einsatz von Bildern und Detailreichtum ist förderlich. Diese Art von Broschüre ist dazu da, den Kaufwunsch durch die Nennung von Vorteilen und versichernden Formulierungen gespickt mit vielen Details und Daten, Fallstudien und Testimonials zu verstärken. Außerdem sollte der Interessent zum nächsten Schritt geleitet werden.

Broschüren, die auf Kundenanfrage versandt wurden, sind höchst zielorientiert. Um an das Ziel zu gelangen, ist es sinnvoll, eine Broschüre für jedes größere Produkt oder Service bereitzustellen.

Die Broschüre von Sunrise Solar wurde speziell für eine Klientel mit Wohneigentum entwickelt. Sie unterstreicht die Wichtigkeit von Solarenergie und warum diese Firma die richtige für den Job ist.

Sunrise Solar Broschüre

Sunrise Solar Broschüre designt von sheri99

4. Eine zum Dalassen

Eine Broschüre, die beim Kunden bleibt, nachdem das Verkaufsgespräch beendet wurde.

Wenn sich der interessierte Kunde mit euch getroffen hat, kann man sicher davon ausgehen, dass er sich auch schon mit der Konkurrenz auseinandergesetzt hat. Eine Broschüre, die beim Kunden bleibt, muss also dafür sorgen, dass deine Firma nach dem Treffen im Gedächtnis bleibt. Starkes Bildmaterial, Studien und Testimonials sind effektive Mittel für diesen Zweck. Vor allem wenn sie nicht gleich im Müll landen soll, ist es wichtig, dass sie gut aussieht und sinnvolle Informationen enthält, die zur Entscheidungsfindung beitragen – wie Preislisten, Zitate oder eine Produktgarantie.

Zusätzlich soll diese Broschüre wie ein Merkzettel funktionieren und an die wichtigsten Punkte und das Gefühl während des Gesprächs erinnern. Oftmals wird es vermutlich kein Treffen mit dem Entscheider selbst geben. Das bedeutet, dass man die vertretende Person also extra überzeugen muss. Und damit diese Person wirklich für eure Firma sprechen kann, muss sie mit einer knappen aber überzeugenden Zusammenfassung und euren Vorteilen bewaffnet sein. Hier im Beispiel von iNet-Media ist das gut erkennbar.

iNet-Media Broschüre

iNet-Media Broschüre designt von Emma VS

In solchen Broschüren ist ein Call-to-Action nicht notwendig. Dadurch, dass ja schon eine Beziehung zum Kunden besteht, kannst du die Führung jetzt übernehmen und den Kunden anrufen, ohne darauf zu warten, dass derjenige sich meldet. Dennoch ist das keine Aufforderung auf die eigenen Kontaktdaten zu verzichten, denn der Kunde soll ja die Möglichkeit haben, die beworbene Firma schnell und einfach zu erreichen.

5. Point-of-Sale (Verkaufsort)

Point-of-Sale-Broschüren kann man überall dort verteilen, wo man auf potenzielle Kunden trifft, die sie mitnehmen könnten. Sie sind vor allem auf Messen und Ausstellungen sehr nützlich. Je nach dem, worum es in der dieser Ausstellung geht, sind die Anwesenden vermutlich nicht gerade auf der Suche nach deinen Produkten oder wissen überhaupt von deiner Existenz. Das bedeutet, dass ihnen vermutlich gar nicht klar ist, dass sie deinen Service benötigen.

Was mit einer solchen Broschüre beabsichtigt wird, ist die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und ein erstes Interesse zu wecken. Als diese HR Software rauskam, wurde sie auf einer Messe ausgestellt. Die Hauptaufgabe lag darin, so viele Demos wie möglich durchzuführen, was durch die Broschüre (siehe unten) gefördert wurde. Sie fungierte als eine Art Werkzeug für das Sales-Team, um mögliche Interessenten für eine schnelle Demonstration der Software zu identifizieren.

Octopus Broschüre

Octopus Broschüre designt von Sebastian P

Aus meiner Erfahrung heraus sind Broschüren fantastische Verkaufs- und Marketingtools, die – richtig vorbereitet – für jedes Verkaufsstadium eingesetzt werden können. Sie können die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ein Interesse generieren, einen Wunsch erzeugen oder jemanden vom Kauf überzeugen. Ob sich die Investition lohnt (ROI) ist schwer messbar, was dennoch nicht bedeutet, dass man sie nicht nutzen sollte.

Ich hoffe, dieser Artikel war hilfreich und hat ein paar Vorstellungen gegeben, wo Broschüren unterstützend wirken können und wie man sie einsetzen kann.

David Richter ist Marketing Manager bei Octopus HR Software. Wir entwickeln HR Systeme, um SMEs dabei zu unterstützen, ihre Angestellten effizient zu managen und HR-Teams wertvolle Einsichten über ihre Daten zu geben.  

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