Schlechtes Branding kann dich zu eienr Ikone machen – allerdings im schlechtesten Sinne. Erinnerst du dich noch an das peinliche Logo der Olympischen Spiele in London 2012? Oder an die amerikanische Anti-Drogen-Kampagne mit dem nicht zu Ende gedachten Slogan „Meth. We’re on it.“?

Das haben wir uns gedacht. Verhindere, dass deine Marke aus den falschen Gründen berühmt wird; lies dir den Artikel unten durch, um zu erfahren, wie du häufige Fehler im Branding vermeidest und deine Marke auf den Erfolgsweg führst.

Was bedeutet „schlechtes Branding“?

Schlechtes Branding kann in der Tat schlechter sein als gar kein Branding. Eine Tatsache, die sich von allen anderen Aspekten deines Unternehmens unterscheidet. „Keine Verkäufe“ sind beispielsweise das mit Abstand schlechteste Szenario beim Verkauf. Genauso ist „kein Kundenservice“ der Tiefpunkt aus Sicht des Kundenerlebnisses. Beim Branding ist es anders; der Markenschaden ist ein Fass ohne Boden.

Auf die gleiche Weise wie ein schlechter Ruf schlimmer ist als überhaupt kein Ruf, kann auch schlechtes Branding schlimmer sein als kein Branding. Ein Fehler beim Branding – wenn er schlimm genug ist – kann dein Unternehmen komplett ruinieren.

schlechtes Branding stinkt: eine Illustration
Du wärst überrascht, wie schlimm schlechtes Branding sein kann. Von OrangeCrush

Die Kundschaft würde dein schlechtes Branding nicht einfach vergessen oder mit Desinteresse zur Kenntnis nehmen; sie würde deine Marke meiden, sich deiner Konkurrenz zuwenden und ihr beim Wachstum helfen, während dein Marktanteil schrumpft. In diesem Sinne ist eine schlechte Marke sehr effektive Werbung – für deine ärgsten Konkurrenten.

Das Internet vergisst schlechtes Branding niemals. Viele dieser wundervollen Unternehmen haben jede Menge Aufmerksamkeit mit ihren Branding-Fehlern auf sich gezogen – allerdings die falsche Art von Aufmerksamkeit – Verachtung, Hohn, Spott und Schlimmeres. Du hast vielleicht schon mal den Spruch „Es gibt keine schlechte Publicity“ gehört; blamierte Unternehmen mit ruinierten Marken sind da anderer Meinung.

Der Schaden durch sorglos designte Logos, Werbungen mit unbeabsichtigt versteckten Bedeutungen und andere Versehen, die im Nachhinein offensichtlich sind, wird noch Jahre später nachhallen. Dieser Markenschaden ist tiefgreifend und vielseitig und dadurch schwer zu messen, aber es gibt ein paar Metriken, die Aufklärung bringen können:

  • Net Promoter Score (NPS) sammelt Feedback der Kundschaft
  • Share of Voice verfolgt, wie sehr sich die Gespräche in deiner Branche um deine Marke drehen
  • Markenbekanntheit misst, wie zuverlässig deine Marke der Kundschaft in den Sinn kommt, wenn sie an deine Branche denkt

Bei starken Marken gehen diese Metriken mit der Zeit nach oben, Markenfehler jedoch können zu einem korrelierenden (oder kausalen) Sinken dieser Werte führen. Darauf folgt meist mit Sicherheit weniger wirkungsvolles Marketing, weniger Verkäufe und ein verminderter Umsatz.

Aber die gute Nachricht ist, dass du einen Markenfehler entdecken, vorhersehen und verhindern kannst, egal ob du Designer bzw. Designerin bist oder nicht. Und so kannst du zum stillen Helden werden.

Branding, Marketing, Logos und wie wie sie zusammenhängen

Bevor wir uns mit schlechtem Branding beschäftigen und wie man es vermeidet, sollten wir uns die Unterschiede zwischen Branding, Marketing und Logos bewusst machen. Diese drei Dinge sind zusammenhängende Bestandteile deiner öffentlichen Unternehmenspräsenz, aber sie sind nicht synonym.

Feuerbrand
Logodesign von Terry Bogard

Was genau ist nun also eine Marke? Manche definieren den Begriff Marke als das Versprechen eines Unternehmens an die Kundschaft. Dein Werbeteam definiert den Begriff Marke vielleicht stattdessen als die Summe all deiner Werbungen, Earned Media und anderen Eindrücke, die du in der Öffentlichkeit hinterlässt. Dein Kundenservice-Team sagt vielleicht, dass eine Marke ein Ruf ist. Und zu guter Letzt behauptet deine Kundschaft selbst möglicherweise, dass eine Marke ein Gefühl ist, das dein Unternehmen bei ihr auslöst.

Behalte am besten all diese Definitionen im Hinterkopf; betrachte sie als unterschiedliche Facetten deiner Marke, die jeweils aus ihrer eigenen Unternehmensmission, Werbung, Reputation oder emotionalen Sichtweise hervorgehen.

Marketing kann viele Formen annehmen, aber im Grunde handelt es sich um den fortlaufenden Prozess, die Aufmerksamkeit, das Interesse und die Loyalität – in dieser Reihenfolge – der potenziellen Kundschaft zu gewinnen. Die Marke eines Unternehmens, sein Ruf, seine Präsenz in der Öffentlichkeit und die damit verbundenen Gefühle haben natürlich einen großen Einfluss auf diesen Prozess. Eine tolle Marke kann die Verkäufe optimieren und ein Branding-Fehler kann sie zum Stillstand bringen.

Ein Logo ist schlicht eine eindeutige, wiedererkennbare visuelle Repräsentation des Unternehmens, seiner Marke und seiner Produkte. Während es für jene, die nicht auf die Nuancen und Details eines Logos achten, nach einer Leichtigkeit aussehen mag, ist es unglaublich schwierig, alles, was ein Unternehmen anbietet, in ein einfaches, einzigartiges Design zu packen, das die richtige Botschaft vermittelt, für alle Zwecke und Medien geeignet ist und geschickt durch ein Minenfeld potenzieller Branding-Fehler navigiert.

Schiffslogo-Design ist das Gegenteil von schlechtem Branding
Gehe bei deinem Branding mit Bedacht vor. Design von Studio yknot

Dein Unternehmen vor einem Markenfehler bewahren

Bei der Gründung einer neuen Marke oder Wiederbelebung einer alten, wird ein gut organisiertes Unternehmen sich seine gesamte Brainpower, Erfahrung und Expertise zunutze machen.

Du denkst vielleicht, dass Menschen, die sich nicht professionell mit Design beschäftigen, weniger dazu in der Lage sind, Branding-Fehler zu entdecken, aber oftmals sehen sie bevorstehende Probleme, die andere mit ihrem ungewollten „Tunnelblick“ auf die kleinsten Einzelheiten einer neu geschaffenen Marke nicht wahrgenommen haben. Es gibt eine Reihe von Fehlern, die sich verheerend auf deine Marke auswirken können. Zeige Bewusstsein und beachte die folgenden Dinge:

Häufige Branding-Katastrophen

1. Kalte E-Mail-Kampagnen

Es gibt nichts Alarmierendes als „kalte E-Mail-Kampagnen“ als Teil einer E-Mail-Marketingstrategie zu sehen. Sie sind aufdringlich, suspekt und einfach wenig wirksam. Sofern du nicht im Spam-Ordner landen oder als Scammer gemeldet werden möchtest, vermeide es um jeden Preis, kalte E-Mail-Kampagnen zu verschicken. Deine Zielgruppe wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gutheißen.

2. SEO ignorieren

Wir leben in einer digitalen Zeit, in der sich alles um Google dreht. Wenn du die Suchmaschinenoptimierung nicht meisterst, läufst du Gefahr, gefährlich weit hinter deine Konkurrenz zurückzufallen. Deiner Zielgruppe sollte es niemals schwerfallen, deine Marke zu finden – und wenn du dein SEO vernachlässigst, wird genau das passieren. Finde stattdessen heraus, welche für deine Marke relevanten Keywords im Trend liegen und wie nach ihnen gesucht wird. Dann kannst du dir eine Strategie überlegen, wie deine Marke darauf reagieren soll.

Du solltest auch bedenken, dass deine Seite weiter oben in den Suchergebnissen erscheint, wenn sie eine seriös klingende Webadresse hat. Wenn deine Domain bereits vergeben ist, schau, ob es andere Möglichkeiten mit deinem Namen gibt. Ansonsten kannst du auch versuchen, die Domain vom aktuellen Inhaber zu kaufen, oder noch einmal von vorn beginnen und dir einen neuen Namen überlegen.

3. Schlechtes Webdesign

Wenn du eine digitale Präsenz hast, muss diese stark sein. Unglückliche Designentscheidungen sorgen für negative Erlebnisse bei Usern, wenn sie auf deine Seite gehen und diese nutzen, was wiederum ein schlechtes Licht auf deine Marke wirft. Dies führt zu Misstrauen zwischen User und Marke; somit zu einer negativen Markenwahrnehmung und schließlich zu potenziellen Umsatzeinbußen.

Es lohnt sich, in Webdesign zu investieren; es ermöglicht es vor allem kleinen Unternehmen, ihre Reichweite viel weiter auszudehnen, als dies in einem realen Umfeld möglich gewesen wäre. Dies bedeutet eine größere Zielgruppe, eine breitere Wirkung und mehr potenzielle Verkäufe.

4. Mangelnde Einheitlichkeit

Wir haben es schon einmal gesagt und sagen es wieder: Mit uneinheitlichem Branding ist die Katastrophe vorprogrammiert. Es vermittelt den Menschen, dass du dir nicht sicher bist, wer du bist und wofür du stehst. Es verhindert eine erfolgreiche Kommunikation mit der Zielgruppe und führt dazu, dass die Kundschaft dir nicht vertraut und deine Marke negativ wahrnimmt. Um einheitliches Branding zu erreichen, musst du deine Markenidentität ausarbeiten und einen starken und umfangreichen Marken-Styleguide entwickeln.

5. Keine Verbindung zur Zielgruppe

Wenn du nicht richtig zu deiner Zielgruppe recherchierst, wirst du nicht wissen können, wie du eine Bindung zu ihr aufbauen kannst.

inklusives Publikum Illustration
Finde deine Zielgruppe und lerne, wie du mit ihr interagieren musst! Illustration von Fe Melo

Es lohnt sich, sich über die Branding-Psychologie zu informieren, um zu verstehen, wie der Aufbau einer emotionalen Bindung und positive Interaktionen die Kundschaft überzeugen. Designs müssen inklusiv und barrierefrei sein, um so viele Leute wie möglich zu erreichen.

6. „Fake“ sein

Authentizität ist das Herzstück der meisten erfolgreichen Marken. Sicher, Marken, die „fake“ sind, können ebenfalls erfolgreich sein, aber du lebst und arbeitest mit dem Risiko, dass deine Kundschaft es herausfindet und sich empört.

Mit dem Klimawandel als vorherrschendes Thema in den Nachrichten findet ein gesellschaftlicher Wandel statt, der bedeutet, dass die Kundschaft immer mehr von Marken verlangt, nachhaltig zu sein. „Greenwashing“ ist ein Paradebeispiel für Marken, die nur vorgeben, nachhaltig zu sein, um sich an Trends anzupassen; das ist irreführend, unethisch und eine unhaltbare Methode für deine Marke.

7. Gewöhnlich sein

Wie wir oben bereits erwähnt haben, ist es auch nicht ideal, gewöhnlich rüberzukommen. Du fragst dich, was gewöhnliches Branding auszeichnet?

  • Zu viele Stockbilder zu nutzen
  • Zu sehr an deinen wichtigsten Branding-Elementen zu sparen; z. B. einen Logo-Generator zu nutzen, der deiner Marke ein generisches Logo liefert
  • Ein Markenname, der zu sehr nach deiner Konkurrenz klingt oder aussieht
  • Ein Produkt/Service anzubieten, das dem deiner Konkurrenz ähnelt – ohne eine bessere Qualität aufzuweisen
  • Unbestimmte Begriffe in deinem Text verwenden

Je generischer deine Marke ist, umso weniger besonders wirkst du auf deine Zielgruppe. Das bedeutet, dass du weniger Chancen hast, ihre Aufmerksamkeit zu erregen und eine emotionale Bindung zu ihr aufzubauen. Häufig fühlen sich Marken, auf die die obigen Stichpunkte zutreffen, planlos und unprofessionell an. Eine gewöhnliche Marke steht für eine Marke ohne Innovation oder ohne interessante Persönlichkeit und wer will schon solche Marken kaufen?

Mit Vollgas in die Katastrophe: Eine Fallstudie

Ein Unternehmen eröffnete ein Restaurant in einem amerikanischen Flughafen. Nach ausgiebiger Marktforschung, sorgfältiger Betrachtung der Konkurrenz, Planung, Genehmigungsverfahren und anderen Dingen, einigten sie sich auf ein Steakhouse.

Die gesamte Marktforschung kam zu dem Schluss, dass es erfolgreich sein würde. Es gab in keinem Teil des Flughafens etwas Vergleichbares. Hunderte potenzielle Gäste aus dem fleischliebenden Mittleren Westen landeten regelmäßig direkt vor ihrer Tür. Anderen Gastronomen war diese brillante Idee entgangen und so blieb diese Art von Küche unbesetzt.

Sie engagierten also ein Designteam, um eine Marke zu entwickeln, installierten Industriegrills im Wert von 250.000 USD, vernetzten sich mit lokalen Produzenten hochwertiger Fleischwaren und waren beinahe bereit für ihre große Eröffnung. Ein Flugzeugtechniker in der Nähe erfuhr von der bevorstehenden Eröffnung des Steakhouse und sein erster Gedanke schockte die Investoren: „Aber wie schneiden sie ihre Steaks?“

Schluss mit schlechtem Branding: Taschendesign mit Pilot
Behandle deine Marke wie eine wertvolle Fracht. Design von Ange!a

Die erfahrenen Unternehmer und Unternehmerinnen waren sprachlos. Sie waren so in ihren Ablauf vertieft, dass sie vergaßen, dass man Reisenden in einem Flughafen keine Steakmesser mit scharfen Zacken geben darf. Sie hatten bereits Besteck im Wert von Tausenden von Dollar bestellt und ihre Raumaufteilung und Serviceabläufe in der Annahme geplant, dass die Gäste ihre dicken Steaks mit großen, feingezackten Messern schneiden würden.

Messer waren ein prominenter Teil des Logos. Der gewählte Name des Restaurants enthielt das Wort „schneiden“. Die gesamte Markenidentität basierte auf Messern, die im Lokal streng verboten waren. So wurde unglaublich viel Geld verschwendet, da sie Tausende Dollar ausgeben mussten, um das Logo neu zu gestalten, die Schilder umzubauen, die Karte zu ändern und die Raumaufteilung des Restaurants zu einem Buffet zu ändern, bei dem die Messer hinter dem Tresen in den Händen der Köche blieben.

So schnell und einfach kann einer dieser kostspieligen Fehler passieren.

Wie kannst du solche Branding-Fehler in deinem eigenen Unternehmen verhindern?

Wähle einen großartigen Designer und nutze seine Expertise

Dein Designer oder deine Designerin kann dir bei weit mehr helfen als nur der Ästhetik deines Brandings. Überlasse deinem Designteam jegliche Marktforschung, Positionierungsstrategien und vergangene Herausforderungen im Marketing/Branding, egal ob sie Vollzeitangestellte oder Freelancer sind. Es ist sowohl für Designer als auch Kunden schlecht, wenn du dein Designtalent darauf beschränkst, lediglich deine eigenen Branding-Ideen zu illustrieren.

Wenn du stattdessen deine Ziele in weit gefassten, abstrakten Begriffen beschreibst, machst du dir die gesamte Expertise und Erfahrung deines Designteams zunutze. Außerdem bestärkst du das Team so darin, Fallstricke und Fehler zu finden und zu vermeiden. Es ist sehr viel besser, ihnen zu viele Hintergrundinformationen zu geben als zu wenige.

Beziehe deine gesamte Belegschaft ein, nicht nur dein Designteam

Vielleicht gibt es innerhalb deines Unternehmens Wissen, das dich von den Auswirkungen schlechten Brandings schützen kann, und dieses Wissen muss nicht zwingend von deinen Marketing-, Branding-, Design- oder PR-Teams kommen. Es kann sein, dass dein Unternehmen bereits etwas Ähnliches designt hat und du unwissentlich einen Fehler wiederholst.

Bei einem anderen Auftrag, während einer sehr teuren Produktion einer Wissenschaftsdoku, fand unser Videoeditor mehrere Schreibfehler und sachliche Fehler in unserem Lehrfilm. Diese Fehler hätten der Glaubwürdigkeit des Films und der Marke hinter dem Film geschadet, wenn sie es in die finale Fassung geschafft hätten.

Ein Videoeditor hat in der Regel die Aufgabe, Anschlussfehler in einem Film zu finden, zum Beispiel wenn sich unerwartet die Kleidung, der Hintergrund oder die Beleuchtung verändert. Doch es wird selten von ihnen erwartet, dass sie Korrektur lesen oder etwas zum Thema recherchieren. Daher wurden diese potenziellen Fehler von jemandem entdeckt und gestoppt, der über den Rahmen seiner Arbeit hinausging.

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Beziehe jeden aus deinem Büro ein. Von felipe_charria

Wenn auch du deine Angestellten einbeziehst, sie um Feedback bittest und ihnen die Möglichkeit gibst, einen Branding-Fehler zu entdecken, wird das einen teuren und schädlichen Fehler verhindern und ein tolles Beispiel für Teamwork und Zusammenarbeit in deinem Büro sein.

Auch wenn es nicht Teil deiner Stellenbeschreibung ist, könntest du, der Leser, derjenige sein, der das Versehen bemerkt, was dir eine Ehrenmitgliedschaft im Branding-Team und die Dankbarkeit deiner Kollegen einbringt.

Sieh es mit den Augen der Kundschaft

Auf gleiche Weise kann ein frischer Blick von außerhalb deines Unternehmens auf deine bevorstehenden Branding-Pläne unentdeckte Probleme und Möglichkeiten zur Verbesserung deiner Marke hervorbringen. Dieses Mal suchst du nicht nur Hilfe und Wissen von außerhalb des Designteams; du wendest dich direkt an jene, die dein Unternehmen am Leben halten, deine Kundschaft.

Dein Marketingteam wird vermutlich Kunden ausfindig machen können, die viel Geld ausgeben, Early Adopters sind oder positiv über dich sprechen. Du kannst deine eigenen Kriterien festlegen, aber ich rate dir, so umfassend und inklusiv wie möglich zu sein. Die Ergebnisse sind weitaus weniger aussagekräftig, wenn du dich versehentlich auf eine Art Kunden beschränkst, die du bereits überzeugt hast… wir suchen hier schließlich nach konstruktiver Kritik.

Eine einfache und unkomplizierte E-Mail-Kampagne, die diese Kundengruppe um Feedback zu ein paar Branding-Ideen bittet, wird dir eine Liste mit Freiwilligen liefern. Du wirst überrascht sein, wie enthusiastisch manche Kunden sind, wenn es darum geht, einen Blick auf die potenzielle Zukunft eines Produkts werfen zu können, das sie nutzen. Feedback durch Umfragen, Webinare, Abstimmungen oder ähnliche Methoden sind eine tolle Ergänzung, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Simple Umfrage-Tools wie SurveyMonkey können innerhalb von Minuten eingesetzt werden und großartige Erkenntnisse liefern und auf der anderen Seite können aufgefeilte Customer Experience Management Tools wie Clarabridge wertvolle Kundendaten zutage fördern.

Die Stimme der Kundschaft könnte einen wohlverdienten Einfluss auf deine Branding-Entscheidungen haben und nur ein einziges derartiges Feedback, das auf ein drohendes Problem hinweist, kann dir enormen Ärger und Kosten ersparen.

Denke global und futuristisch

Eine Marke basiert sowohl auf einer Erstinvestition als auch auf fortlaufenden Investitionen. Diese Investitionen möchtest du nicht tätigen, ohne sicherzustellen, dass sie für die Zukunft gewappnet sind.

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Denke global, so wie diese Marke hier. Von Gemera

Wenn dein Unternehmen Teil einer sich schnell entwickelnden Branche wie beispielsweise der Tech- oder Transportbranche ist, bleibe bei abstrakten Bildern und vermittle ein breites Ziel, statt dich auf Bilder oder Symbolik festzulegen, die schon bald veraltet aussehen werden.

Ob du es glaubst oder nicht, Netflix hat früher DVDs als prominenten Teil seiner Markenbilder verwendet. Du musst nicht denselben Fehler begehen und deine Marke an bestimmte Methoden oder Technologien von heute binden, um dein Produkt zu präsentieren.

Führe zudem die notwendigen Recherchen durch, um mit deiner Marke weltweit zu expandieren, ohne dass du deine Marke für bestimmte Märkte oder Gebiete aufgrund von markenrechtlichen Problemen oder unbeabsichtigten sprachlichen oder umgangssprachlichen Konnotationen in anderen Sprachen ändern musst.

Beziehe deine Markengeschichte ein

Die Vergangenheit deiner Marke spielt eine große Rolle bei ihrer Zukunft. Suche wie ein forensischer Wissenschaftler oder Archäologe die Brandingmaterialien, Styleguides und Designs der Vergangenheit heraus. Dies wird zumindest sicherstellen, dass du nicht unwissentlich irgendwelche Arbeiten (und potenzielle Fehler) der Vergangenheit doppelt machst. Durch das Ausschlussverfahren kannst du Ideen ausschließen, die du bereits in der Vergangenheit probiert hast oder die bereits ihren Zweck erfüllt haben.

Weniger gewissenhafter Designer:innen werden unweigerlich in einen zyklischen Designprozess fallen, in dem sie alte Idee wieder herauskramen. Besonders wenn es um Designs geht, sind Kunden nicht an einer großen Menge an Designs interessiert; sie wollen, dass du deine Bemühungen auf das richtige Design konzentrierst, das deine Konkurrenz, dein Wertversprechen und deine Markengeschichte berücksichtigt und einarbeitet.

Denke an deine Konkurrenz

Ein Branding zu entwerfen, ohne deine Konkurrenz zu studieren, ist ganz klar ein Fehler und die Auswirkungen schlechten Brandings können dein Unternehmen sehr viel Geld kosten. Der Zweck deines Brandings besteht darin, dich zu unterscheiden, und das lässt sich nur schwer erreichen, wenn du nicht genau weißt, wovon du dich unterscheiden musst.

Wenn deine Marke einem Konkurrenten stark ähnelt, riskierst du alles von rechtlichen Problemen und Markenrechtsverletzungen bis hin zu teuren Support-Anfragen von Kunden, die deren Produkt gekauft haben, aber (fälschlicherweise) von dir Unterstützung wollen.

Wenn du eine konkurrierende Marke imitierst, siehst du sofort generisch aus. Manchmal siehst du vielleicht White-Label-Produkte, die denen führender Marken so stark ähneln, wie es rechtlich nur möglich ist, aber sofern du keine generischen Cornflakes oder Getränke herstellst und darauf setzt, dass ein verwirrter oder preisbewusster Kunde sich für dein Produkt entscheidet, ist das für deine Zwecke keine lohnenswerte Strategie.

Bedenke Konnotationen und Kontext

Beim Entwerfen einer neuen Marke oder Aufpolieren einer alten, gibt es viele visuelle und situationsbezogene Fehler, die man machen kann. Gehe die folgenden Gedankenspiele durch, um ein etwaiges großes Branding-Problem zutage zu bringen:

  • Studiere die Worte deiner neuen Brandingmaterialien genauestens. Wird etwas (ungewollt) vertikal über mehrere Zeilen geschrieben? Gibt es unbeabsichtigte Akronyme oder umgangssprachliche Ausdrücke? Gibt es irgendwelche problematischen Reime oder sprachliche Ähnlichkeiten? Gibt es irgendwelche anderen unbeabsichtigten Botschaften?
  • Schaue dir den Negativraum deines Logos an. Betrachte es von der Seite, rückwärts und auf den Kopf gestellt. Ergibt er irgendwelche ungewollten oder beabsichtigten Formen oder Bilder?
  • Kontrolliere, ob die Wörter, Silben und Reime deiner Marke in anderen Sprachen etwas Verwirrendes oder Negatives bedeuten.
  • Zeige deine potenzielle neue Marke mindestens drei Generationen. Greift sie unbeabsichtigt ein heikles aktuelles oder historisches Thema oder eine damit verbundene Bildsprache oder Symbolik auf?

Nimm Abschied von schlechtem Branding

Ein Abschied muss nicht immer traurig sein. Nun, da du diesen Artikel gelesen hast, solltest du alle Risiken schlechten Brandings hinter dir lassen. Kontext, Kundschaft und hochwertiges Design sollten im Vordergrund stehen, während du dich an dein Branding machst; mit diesen drei kannst du im Grunde nur erfolgreich sein.

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