Direkt vor unserer Nase findet derzeit eine Technik-Schlacht statt. Nicht die Art Technik-Schlacht mit Robotern, sondern die Art, bei der es um das am meisten akzeptierte Format geht, im Stile von Playstation vs. Xbox oder Betamax vs. VHS. Diese Format-Schlacht betrifft uns alle und aller Wahrscheinlichkeit nach bist du den Streitenden auch bereits begegnet, ohne es zu wissen. Wir reden über die nächste Generation des Bildformats und im Moment zieht WebP allen davon. Das aber wirft nur noch mehr Fragen auf, nämlich: „Was ist das WebP-Format“ und „Was stimmt nicht mit JPEGs?“

Was du über das neue Google Image-Format WebP wissen musst illustration
Illustration von OrangeCrush

Dank seines Eigentümers Google ist das WebP-Bildformat zu einem der angesagtesten Themen geworden. Es wird auf immer mehr Geräten akzeptiert – sehr zum Leidwesen seiner Konkurrenten JPEG 2000 und JPEG XR – und ist auf dem besten Wege, das neue Standardformat für Bilder zu werden. Und trotz der komplizierten technischen Details ist WebP für jeden, der online Bilder postet, eine große Sache.

Daher erklären wir in diesem Guide alles, was du wissen musst: Was ist WebP, wie nutzt du es und warum sollte es dir nicht egal sein? Wir erläutern die Vor- und Nachteile und zeigen dann, wie du deine anderen Bildformate konvertierst.

Was ist WebP?

Trotz des jüngsten Wirbels gibt es WebP (umgangssprachlich „Weppy“ ausgesprochen) schon recht lange. Es wurde 2010 zum ersten Mal angekündigt und seitdem stetig erweitert und verbessert. In jüngster Zeit ist es zu einem beliebten Thema geworden, da es im Wettstreit der zukünftigen Bildformate der Konkurrenz davongezogen ist: Zum Zeitpunkt dieses Artikels wird es von Chrome, Microsoft Edge, Firefox, Opera und Safari unterstützt.

WebP logo

Um wirklich zu verstehen, was WebP so einzigartig macht, hilft es, zuerst alle Bildformate und ihre Unterschiede zu kennen. Doch um es kurz zu machen, schauen wir uns direkt das wichtigste Argument für WebP an, nämlich die Komprimierung.

Falls dir dieser Begriff nichts sagen sollte: Bei der Komprimierung werden die Daten einer Datei in weniger Bits beziehungsweise digitale Datenteile kodiert, sodass die komprimierte Datei kleiner ist als das Original. Es gibt zwei Hauptarten der Komprimierung: verlustlos (die Bildqualität bleibt gleich, während die Dateigröße reduziert wird) und verlustbehaftet (die Bildqualität wird etwas schlechter, während die Dateigröße signifikant sinkt). Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du die Größe einer Datei reduzieren kannst, ohne dass dies Einfluss auf die Qualität hat, schau dir diesen Guide an, in dem alles sehr gut erklärt wird.

Vereinfacht gesagt sind WebP-Bilder in der Regel kleiner als ihre Gegenstücke, aber dank der überlegenen Komprimierung bleibt die Qualität gleich. Das bedeutet, dass deine Seite (in der Regel) schneller ist und du gleichzeitig Speicherplatz sparst, wenn du WebP-Bilder nutzt.

Sample of JPEG to compare against WebP image format
JPEG-Version, 562 KB. 3D-Design von EFL.
Sample of WebP image format to compare against JPEG
WebP-Version, 416 KB – das ist 25 % kleiner. Erkennst du den Unterschied?

Wie viel kleiner? Laut Googles eigenen Daten ist die verlustfreie Komprimierung bei WebP 26 % kleiner als PNGs und die verlustbehaftete Komprimierung 25-34 % kleiner als JPEGs. Für Seiten mit vielen Bildern könnte es große Auswirkungen haben, auf WebP zu wechseln, und wertvolle Millisekunden an Ladezeiten herausholen, besonders auf Mobilgeräten.

Der andere große Vorteil von WebP ist seine Vielseitigkeit – es umfasst sowohl Transparenz als auch Animation. Das ist eine große Sache, da man diese Funktionen in der Regel beim selben Format findet: Vor WebP musstest du PNG für transparente Hintergründe und GIF für Animationen nutzen und kein Format unterstützte beides gleichzeitig.

Die herausragende Performance in Kombination mit Googles Vertrauensbeweis bereitet WebP den Weg, um das neue standardmäßige Webdatei-Format zu werden.

Das WebP-Format: Die Vor- und Nachteile

So eindrucksvoll es auch ist, WebP ist noch nicht soweit, „der Auserwählte“ zu sein. Wirf erst mal einen Blick auf die Vor- und Nachteile und schaue, ob es das Richtige für dich und deine Anforderungen ist.

Vorteile

  • Schnellere Ladezeiten – Aufgrund der kleineren Dateigrößen laden Seiten mit Bildern im WebP-Format schneller. Das macht die Nutzung der Seite sehr viel angenehmer: Laut Website Builder Expert reduziert jede Sekunde Verzögerung durch Ladezeit die Zufriedenheit des Besuchers um 16 % und jeder vierte Besucher verlässt eine Seite komplett, wenn sie nicht innerhalb von 4 Sekunden geladen ist.
  • Weniger Medienspeicher – Die verbesserte Komprimierung von WebP bedeutet auch, dass weniger Speicher benötigt wird. Dies ist wichtig für Seiten, die viele Bilder enthalten. Du könntest jede Menge Geld beim Webhosting sparen.
  • Transparenz und Animation – Wie wir oben bereits erwähnt haben, ist das WebP-Format das einzige Format, das die transparenten Hintergründe von PNG und die Animationsmöglichkeiten von GIF unterstützt. Außerdem ist die Komprimierung besser als bei JPEG.
Diagramm zum Vergleich der Qualität des WebP-Bildformats mit der Konkurrenz
Dieses Diagramm vergleicht die Dateigrößen der Bildformate und ihre Qualität, gemessen als strukturelle Ähnlichkeit. Via Johannes Siipola.

Nachteile

  • Wird nicht von allen Browsern unterstützt – Obwohl WebP von den meisten Browsern unterstützt wird, gibt es dennoch einige, die es nicht unterstützen (Internet Explorer führt es langsam ein, was zum Internet Explorer passt). Es gibt einen Workaround, bei dem man ein Fallback-Image in HTML erstellt, aber eine komplett andere Datei als Backup zu erstellen, frisst manchmal den zusätzlichen Speicher, den du durch die Verwendung von WebP überhaupt erst gespart hast.
  • Die Qualität sinkt trotzdem – Das die Qualität deines Bildes trotzdem sinkt, ist nicht wirklich ein Nachteil von WebP, sondern eher ein Nachteil aller verlustbehafteten Komprimierungen. Von den meisten Leute kann dies vernachlässigt werden, aber auf visuellen Seiten wie Portfolios von Fotografen oder Grafikdesignern sollte die optische Qualität so hoch wie möglich sein.

Wie konvertiert man in das WebP-Format?

Wenn dich bereits die kleineren Dateigrößen überzeugt haben, brauchst du natürlich einen WebP-Bildkonverter, um all deine Bilder ändern zu können. Viele Programme unterstützen WebP, daher kannst du sie direkt aus der Quelle erstellen (Adobe Photoshop und Sketch, um nur ein paar zu nennen), aber wenn du bereits vorhandene Bilder hast oder ihre Quelle WebP nicht unterstützt, benötigst du einen Bildkonverter.

Es stehen jede Menge zur Auswahl und tatsächlich erledigen die meisten die Aufgabe erfolgreich, eine Datei in WebP zu konvertieren. Ein Beispiel ist XnConvert.

Screenshot XnConvert.
Via XnConvert.

XnConverts funktioniert auf Windows, Mac und Linux. Die private Nutzung ist kostenlos, wenn du es in einem Unternehmen verwenden möchtest, musst du eine Lizenz kaufen. Zusätzlich zu WebP unterstützt es JPEG, JPEG 2000, PNG, TIFF, GIF, OpenEXR, RAW-Format und viele weitere. Es gibt auch noch jede Menge weitere Funktionen: Stapel-Konvertierung, Rotieren, Wasserzeichen hinzufügen, Text hinzufügen und Bildanpassungen wie Schatten und Helligkeit.

Natürlich kannst du auch eine noch einfachere Option nutzen, wenn du nur ein paar Bilder konvertieren möchtest. Ezgif ist ein kostenloser online WebP-Konverter. Die Betonung hier liegt auf kostenlos und online. Er verfügt nicht über die erweiterten Funktionen von XnConvert, aber wenn dir Geschwindigkeit und Bequemlichkeit wichtig sind, ist es genau das Richtige für dich.

Fazit: WebP zieht nach

Angesichts der positiven Auswirkungen auf die Ladezeiten kann so gut wie jede Seite vom WebP-Format profitieren. Wie in den Vor- und Nachteilen erwähnt, besteht das größte Problem darin, dass es nicht von allen Browsern unterstützt wird – schau dir deine Nutzungsanalysen an, um zu sehen, welche Browser deine Besucher bevorzugen und ob der Wechsel auf das WebP-Format Auswirkungen auf sie haben wird.

Wenn du noch immer unsicher bist, welches Bildformat das richtige für dich ist, kannst du einen professionellen Webdesigner engagieren, der sich für dich darum kümmert. Sag einfach, dass die Geschwindigkeit und Ladezeiten hohe Priorität genießen und er kümmert sich um den Rest.

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