Fotografie verkauft sich! Die gute Nachricht ist, dass selbst kleine Unternehmen gut aussehende Produktfotos machen können, ohne ihr Budget zu sprengen. Der Trick liegt darin zu verstehen, wie du Käufern mithilfe von Bildern zeigst, was dein Produkt ist und warum sie es kaufen sollten.

Lies weiter, um zu lernen, wie man Produkte richtig in Szene setzt und fotografiert. So kannst du das Meiste aus deinen Mitteln herausholen, ob es nun ein Do-It-Yourself-Projekt ist oder eine Investmententscheidung, einen professionellen Fotografen zu engagieren oder ein Studio zu mieten.

Lass dich von Produktfotos in deiner Sparte inspirieren

Ein Bild sagt so viel, wie tausend Worte. Das liegt daran, dass Menschen sehr viele Informationen visuell verarbeiten. Daher ist es wichtig zu wissen, was du kommunizieren willst. Schau dir an, wie führende Marken in deiner Branche mit Fotografie umgehen, damit du verstehst, ob du etwas ähnliches oder etwas komplett anderes machen willst.

Für den Anfang schau dir diese Beispiele verschiedener Herangehensweisen an die Produktfotografie an.

Essen

Label design by .g.
Packaging design by .g.

Ziehe es in Erwägung, Textur in den Hintergrund deines Fotoshootings einzubeziehen. Diese drei Beispiele nutzen beispielsweise Holzmaserung auf sehr unterschiedliche Weise.

Ein flacher Hintergrund bedeutet nicht gleich Langeweile. Errege Aufmerksamkeit mit einem kräftigen Farbklecks, halte dein Produkt im Zentrum der Aufmerksamkeit mit klassischem Weiß oder erzeuge eine hochwertige Stimmung mit einem dunklen Hintergrund.

Bier & Wein

Wine label design by Esteban T
Wine label design by HollyM

Obwohl all diese Weine vor einem weißen Hintergrund abgebildet sind, vermittelt die Entscheidung, sie in Nahaufnahme, aus einem Winkel oder direkt von vorn zu fotografieren, die Persönlichkeit der Marke.

Wine label design by Bracalone
Killer Grove label by MANTSA®

Farbe hat einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung der Produktfotografie. Vergleiche, wie der coole blaue, luxuriöse schwarze und sonnige gelbe Hintergrund die Art verändern, wie du die gezeigten Flaschen siehst. Im Fall des blauen Weins unterstreicht die Farbe ebenfalls ein interessantes Verkaufsargument für die Käufer.  

Beauty

Damascene brand design by Milakat

Verwende einen Hintergrund, der zum Produkttyp passt, den du verkaufst. Vergleiche die Effekte von Marmor- und Steintexturen mit dem Produkt, das vor einem reinen weißen Hintergrund gezeigt wird. Alle drei funktionieren auf unterschiedliche Art, um bei ihrem Betrachter Begeisterung für die dargestellten Beauty-Produkte zu erregen.

Bei Beauty-Produkten geht es nicht immer nur um Marmor. Ob es nun eine dezente Platzierung von saftigen Blättern ist, ein auffälliger Hintergrund oder eine Anordnung von Farbtönen quer durch die Produktlinie, Farbe kann ebenfalls Luxus vermitteln.

Bücher

Book cover design by Ha_rou
Book cover design by Martis Lupus
Book cover design by creativesoul31

Bücher sind eine großartige Rubrik um zu zeigen, was man mit Fotografie alles machen kann. Gib einem Buch Kontext, indem du mehrere übereinander stapelst, um das Gefühl zu erzeugen, in einem Buchladen zu stöbern, es auf einen Holztisch legst oder die Lichter einer Stadt hinter dem Buch andeutest.  

Book cover design by Martis Lupus
Book cover design by L1graphics

Nutze Winkel, Hintergrundfarbe und Effekte (wie einen dezenten Schatten), um Interesse zu wecken. Eine weitere Option ist, sowohl die gedruckte als auch digitale Version deines Buches zu zeigen. Ein wohlüberlegter Touch wie dieser kann dafür sorgen, dass sich der Käufer schon dabei sieht, wie er das Buch liest!

Wie du für dein Fotoshooting vorausplanst

Wie du siehst, beinhaltet Produktfotografie eine Reihe von Entscheidungen, wie Winkel, Entfernung, Beleuchtung und Hintergrund. Mit einigen Dingen, wie Winkel und Entfernung, kann man während des Shootings leichter herumspielen. Andere Dinge, wie Beleuchtung und Hintergrund, plant man besser im Voraus, um das meiste aus deiner Zeit und deinem Aufwand herauszuholen.

Wie also triffst du diese Entscheidungen im Voraus?

Wähle deinen Hintergrund

Eine leichte Veränderung des Hintergrunds kann einen starken Einfluss darauf haben, wie Kunden dein Produkt wahrnehmen. Willst du, dass sie dein Produkt eher als technologisch oder komplett natürlich ansehen? Das würde dir dabei helfen, dich zwischen einem kräftigen, weißen Hintergrund oder einer eher natürlichen Textur, wie Holzmaserung oder saftigen, grünen Blättern, zu entscheiden.

Sie dir die Beispiele oben an und überlege dir, welche Fotos die größte Nähe zum Auftreten deiner Marke haben. Du kannst auch recherchieren, wie sich andere Unternehmen in deiner Branche darstellen. Möchtest du mit der gleichen Ästhetik übereinstimmen oder hervorstechen? Speichere Bilder, die sich für deine Marke und Produktlinie richtig anfühlen. Sie sind ein guter Anhaltspunkt, egal ob du das Fotoshooting selbst durchführst oder vorhast, einen professionellen Fotografen zu engagieren.

Wenn du kannst, so ist dies auch eine gute Gelegenheit, einen Marken-Styleguide zu entwerfen. Er ist ein wertvolles Werkzeug, das als Anleitung für die Fotografie sowie das Design wichtiger Markenelemente, wie Logos und Verpackungsdesign dienen kann.

Wähle deine Beleuchtung

Die zwei Hauptkategorien der Fotografiebeleuchtung sind Blitzlicht und kontinuierliche Beleuchtung.

Blitzlicht löst kurzzeitig sehr starkes Licht aus, was sehr auffällige Ergebnisse erzielen kann… aber nur, wenn du weißt, was du tust. Wenn du dich für diesen Weg entscheidest, mag es am besten sein, einen professionellen Fotografen zu engagieren (mehr dazu später).

Kontinuierliche Beleuchtung bedeutet konstantes Licht. Im Grunde schaltest du das Licht ein und es bleibt so lange eingeschaltet, bis du es ausschaltest. Diese Art der Beleuchtung ist am einfachsten für selbst durchgeführte Fotoshootings, da du sehen kannst, wie das Bild aussehen wird.

Mit kontinuierlichem Licht kannst du die Intensität kontrollieren, was Einfluss auf den gesamtheitlichen Effekt deiner Produktfotos hat. Aber woher weißt du, wie stark dein Licht sein soll? Nun, die Antwort ist, dass Fotografie subjektiv ist und du im Laufe der Zeit deinen eigenen Stil entwickeln wirst. Aber hier sind ein paar kurze Tipps für den Anfang.

via Liquid Image

1. Was ist dein Hintergrund?

Die Wahl der Intensität hängt stark vom Hintergrund deiner Fotos ab. Als Faustregel gilt, härteres Licht ist am besten, wenn du vorhast, einen schwarzen Hintergrund zu verwenden, damit die Produkte sich vom Hintergrund abheben.

Wenn du einen weißen, hellen oder natürlichen Hintergrund nutzt, ist diffuseres Licht am besten. Das verhindert, dass dein Produkt im Hintergrund verschwindet.

2. Was macht deine Konkurrenz?

Deine Konkurrenz ist eine wertvolle Inspirationsquelle. Ob du nun selbst fotografierst oder einen Profi engagierst, du solltest recherchieren, wie andere Unternehmen in deiner Branche ihre Produkte zeigen, damit du entscheiden kannst, wie du dazu passt oder herausstichst.

3. Was ist dein Stil?

Welche Vorlieben du in Sachen Licht hast und alles über Fotografie an sich, lernst du am besten durch ausprobieren. Wenn du Inspiration brauchst, sieh dir diese kreativen Übungen an, um dein Können zu verbessern.

Während deine technischen Fähigkeiten besser werden, wirst du sehen, dass du sehr viel Kontrolle darüber hast, wie dein Produkt aussieht und welches Gefühl deine Fotos bei Käufern auslösen, einfach dadurch, dass du den Hintergrund und die Beleuchtung änderst. Die dezenten Abwandlungen bei diesen Entscheidungen definieren deinen fotografischen Stil.

Wie du deine Produkte fotografierst

Nun, da du weißt, was dein Ziel ist, ist es an der Zeit zu lernen, wie du dir ein professionell aussehendes Studio für Produktfotografie baust. Wir haben Tipps gesammelt, wie du deinen Hintergrund aufbaust, das Licht einstellst, fotografierst und bearbeitest.

Wie man ein Produktshooting aufbaut

Wenn wir sagen, dass man Produktfotografie zu jedem Budget planen kann, meinen wir es auch! Der Kompromiss den man eingeht, ist die Zeit, die man investiert und natürlich die Kreativität, die man in seine Planung steckt.

Hier ist ein großartiges Tutorial, welches wir für ein Setup von nur 12€ gefunden haben. Wenn du noch mehr Möglichkeiten für Do-It-Yourself-Fotografie durchstöbern willst, schau dir diese Liste mit 25 Produktfotografie-Tutorials an und wähle eins, das zu deinem Zeitplan, Budget und den Bedürfnissen deines Unternehmens passt.

Habe deine Kamera im Griff

Jetzt weißt du, welches Setup und welchen Look du für dein Produkt-Shooting brauchst. Egal ob du mit einer Spiegelreflexkamera oder deinem Smartphone fotografierst, der nächste Schritt besteht darin, zu lernen, wie man mit den manuellen Einstellungen deiner Kamera umgeht.

via Unsplash

Da es so viele verschiedene Arten von Kameras gibt, werden wir uns die drei wichtigsten Begriffe ansehen, damit du weißt, wonach du in deiner Bedienungsanleitung (oder bei Google) suchen musst.

1. Verschlusszeit

Der Verschluss (Shutter) an deiner Kamera ermöglicht es dem Licht, für eine bestimmte Zeit in die Kamera zu gelangen. Je schneller er sich öffnen und schließen kann, um so klarer kannst du einen Moment in einem Bild festhalten. Wenn du ein verschwommenes Bild aufgenommen hast, liegt das daran, dass der Verschluss langsamer war, als die Bewegung des Objekts (oder der Kamera, wenn du zittrige Hände hast). Du kannst auch mit langsamerer Verschlusszeit experimentieren, um ein Gefühl für Bewegung festzuhalten, wenn du etwas verkaufst, was „schnell“ sein soll, wie ein Auto.

Neuere Smartphones haben manuelle Einstellungsmöglichkeiten, die dir Kontrolle über die Verschlusszeit geben und bei allen Spiegelreflexkameras hast du diese Kontrolle. In den meisten Fällen gilt für Produktfotografie, je schneller desto besser, damit deine Bilder scharf und klar werden.

2. Blende

In der Fotografie gibt die Blende die Größe der Öffnung an, welche das Licht passiert, während der Auslöser gedrückt ist. Die Blendenöffnung wird in Zahlen gemessen, die man f-Stops nennt (z. B. f/2.4). Diese Einstellung hilft dir, den Kontrast zwischen dem Hauptfokus deines Bildes und dem Hintergrund zu kontrollieren. Je größer die Zahl, umso mehr Kontrast. Das bedeutet, dass dein Produkt im Fokus, aber der Hintergrund verschwommen wäre und somit nicht von deinem Produkt ablenkt.

Bei einem Smartphone kann man die Blende eigentlich nicht kontrollieren, aber neuere Smartphones geben die mehr Kontrolle über die Schärfentiefe, was denselben Effekt erzeugt.

3. ISO

ISO steht für International Standards Organization, einer standardisierten Skala, um die Lichtstärke zu messen. Je geringer die ISO, umso weniger empfindlich ist eine Kamera für Licht, was bedeutet, dass man helleres Licht benötigt, um dein Produkt gut abzulichten. Wie bei den anderen Einstellungen, ist es eine Kunst, den richtigen ISO-Wert zu finden, da Bilder verrauscht aussehen können, wenn man ihn zu hoch einstellt (es wird dann zu empfindlich für manche Lichtquellen).

Du kannst den ISO-Wert deiner Kamera einstellen, indem du den Sensor anpasst. Neuere Smartphone-Kameras geben dir weit mehr Einstellungsmöglichkeiten, einschließlich ISO.

Das Zusammenspiel dieser drei Elemente wird tausende unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Das ist großartig, denn es gibt dir jede Menge Kontrolle! Für Produktfotografie gilt, dass du den Fokus immer auf deinem Produkt haben willst, also experimentiere ein wenig herum, welche Einstellungen das Auge deines Kunden dahin lenken, wo du es haben willst. Vergiss nicht Notizen zu machen, damit du denselben Effekt jedes Mal reproduzieren kannst.

Wähle deine besten Produktfotos

Mit dem Aufkommen des Online-Shoppings ist Produktfotografie wichtiger geworden als jemals zuvor. Das liegt daran, dass sie den Käufern das Erlebnis vermitteln müssen, das Produkt aus der Ferne begutachten zu können.

Vor, während und nach dem Fotoshooting solltest du über all die verschiedenen Arten nachdenken, auf die du dein Produkt zeigen kannst. Hier ist eine Checkliste mit den wichtigsten Fragen:

  • Was sind die Merkmale deines Produkts? Wie kannst du sie in einem Bild zeigen?
  • Welche sind die häufigsten Fragen, die Kunden haben? Wie kannst du sie mit einem einfachen Bild beantworten?
  • Wo oder wie wird dein Produkt am wahrscheinlichsten verwendet? Kannst du dein Produkt in dieser Umgebung zeigen?

Bearbeite deine Fotos (Tipps für die Nachbearbeitung)

Noch ein letzter Schritt, bevor du glänzende, neue Produktfotos hast, die du im Internet teilen kannst. Egal wie sorgfältig du deine Aufnahme vorbereitet, die Bilder beleuchtet und die Einstellungen vorgenommen hast, man muss die Bilder beinahe immer hinterher nachbearbeiten. Die gute Nachricht ist, dass dies ein wenig den Druck von dir nimmt, während des Fotoshootings perfekt zu sein.

Hier ist eine Checkliste für einfache Fotobearbeitungsmöglichkeiten, um deine Produktfotografie so gut wie möglich aussehen zu lassen:

  • Führe Bearbeitungen immer durch, ohne das Original direkt zu verändern. Das bedeutet, dass die Originaldatei gespeichert ist und du zu ihr zurückkehren kannst, wenn du die Änderungen rückgängig machen möchtest.
  • Vorsichtiges Beschneiden kann Wunder wirken. Wenn auf deinem Bild zu viel los ist oder dein Produkt zu klein wirkt, beschneide es.
  • Helle es auf! Wenn Details deines Produkts in den Schatten verloren gehen, versuche das Gesamtbild aufzuhellen.
  • Auch Kontrast kann hilfreich sein. Wenn dein Produkt zu hell aussieht und im Hintergrund verschwindet, versuche den Kontrast zu erhöhen, damit es heraussticht.

Wann du einen professionellen Fotografen brauchst

Da du jetzt eine Vorstellung vom Fotografie-Stil hast, den du willst und was dazugehören würde, wenn du es selbst machst, ist es an der Zeit, die Vor- und Nachteile eines professionellen Fotografen abzuwägen.

via weeDECOR

Pam Webber, Gründerin von weeDECOR, erwog die Do-It-Yourself-Optionen für ihre Produktfotografie und kam zu dem Schluss, dass es Sinn macht, in einen professionellen Fotografen zu investieren, der sein eigenes Studio hat. Das liegt daran, dass ihr Unternehmen eine Linie von umweltfreundlichen Wandaufklebern verkauft – Produkte, die an einer Wand gezeigt werden müssen. Um sie den Kunden wirklich in Action zeigen zu können, sollten sie professionell beleuchtet und fotografiert werden.

Zeige der Welt, was du verkaufst

Fazit: Du bekommst das, wofür du bezahlst, aber es gibt kluge Wege, um mehr aus deinem Geld herauszuholen, wenn du gewillt bist, die Zeit zu investieren.

Von Produktfotografie bis zu deiner Verpackung und deinem Markendesign – auf die Präsentation kommt es an. Was hatte positiven Einfluss auf dein Unternehmen? Teile deinen Erfolg in den Kommentaren.