Mit Adobe Photoshop kann man scheinbar alles machen. Bekannt ist es hauptsächlich für Fotobearbeitungen, aber es ist so leistungsfähig, dass man es auch für digitales Zeichnen, Videobearbeitung, Webdesign und sogar 3D-Grafiken nutzen kann. Daher denkst du vielleicht, dass man auch ein Logo in Photoshop designen kann. Die Wirklichkeit ist allerdings sehr viel komplizierter.

Abbildung mit durchgestrichenem Photoshop-Symbol
Design von OrangeCrush

Allen Anschein zum Trotz ist Photoshop keine Zauberei. Es ist vielleicht das am häufigsten genutzte Grafikprogramm der Welt – von professionellen Fotografen und Grafikdesignerinnen bis hin zu Privatpersonen, die Familienfotos ausbessern. Es ist sogar eines der wenigen Produkte, die als Verb verwendet werden (bearbeitete Bilder werden häufig als „gephotoshopt“ bezeichnet).

Als eines der besten Grafikdesign-Programme auf dem Markt eignet sich Photoshop für viele Menschen mit unterschiedlichsten Anforderungen, aber es gibt ein paar Projekte, für die Photoshop nicht nur ein unpassendes Tool ist, sondern sogar das schlechteste Tool, das man sich vorstellen kann. Für Logodesign beispielsweise sollte Photoshop niemals genutzt werden. Schauen wir einmal, warum.

Die Anforderungen an ein Logodesign

Logodesign spielt hauptsächlich im Branding eine Rolle und dies erfordert in der Regel, dass das Logo überall dort zu sehen ist, wo man potenziell Kontakt mit einem Unternehmen hat. Daher haben sich sowohl für die ästhetischen als auch technischen Anforderungen an ein Logodesign ein paar bewährte Praktiken herausgebildet.

Zunächst einmal muss ein Logodesign für scheinbar unendlich viele verschiedene Zwecke geeignet sein. Einige davon liegen klar auf der Hand: Visitenkarten, Website-Header, Briefköpfe, T-Shirts etc. Doch angenommen, dass es dein Unternehmen eine Weile geben wird, dann kannst du nicht immer jede Situation im Voraus planen und möglicherweise willst du dein Logo irgendwann auf einem Fahrzeug oder für Luftwerbung nutzen.

Corporate logo design mockup
Ein Logo muss sich an verschiedene Situationen und Größen anpassen lassen. Design von goopanic

Das bedeutet, dass alle kreativen Entscheidungen die Vielseitigkeit des Logodesigns gewährleisten müssen. Das Logo muss immer gleich gut aussehen, egal ob es auf 100 Meter vergrößert oder auf die Größe einer Briefmarke verkleinert wird. Dies führt in der Regel zu Stilen, die von Natur aus simpel sind. Du könntest beispielsweise ein Logo mit zwanzig verschiedenen Farben und aufwendiger Schattierung designen, aber solche Details gehen bei kleinen Größen meist verloren. Darüber hinaus können zusätzliche Farben höhere Druckkosten verursachen, was bedeutet, dass du plötzlich viel zu viel Geld für eine größere Bestellung von Visitenkarten ausgibst.

Die Software, mit der das Logo erstellt wird, muss dazu geeignet sein, schnell umfassende Änderungen vornehmen zu können. Dein Designer oder deine Designerin erstellt für dich vielleicht ein farbiges Logo, ein schwarzweißes Logo und ein rein weißes Logo. Aber nehmen wir mal an, dein Unternehmen nimmt an einer Wohltätigkeitsveranstaltung gegen Brustkrebs teil und du möchtest dein Logo mit einem pinkfarbenen Akzent versehen. Im Idealfall solltest du nicht noch jemanden engagieren müssen, nur um die Farbe ändern. zu können

Ebenso wird dein Logo eine Standardgröße haben und du solltest es ohne Qualitätsverlust vergrößern oder verkleinern können. Dies kannst du mit einer Vektordatei tun, aber nicht mit einem Rasterbild.

Schau dir unseren Guide zu den Unterschieden zwischen Vektor- und Rasterbildern an>>

Die Pixel eines Rasterbildes erkennt man, wenn man hereinzoomt. Illustration von netralica.
Vektorgrafiken lassen sich unendlich vergrößern. Das heißt, die Linien bleiben klar und deutlich zu erkennen, selbst wenn man hereinzoomt. Logodesign von KONSTABR.

Wir wollen damit sagen, dass die ideale Software für Logodesign auf Einfachheit und Vielseitigkeit ausgerichtet sein sollte. Schauen wir uns nun einmal Photoshop an und wie gut es diese Anforderungen erfüllt.

Wie Photoshop funktioniert

Adobe Photoshop war ursprünglich genau das, wonach es klingt: ein Programm zur Bildbearbeitung. Die meisten Photoshop-Tools wurden für die Bildbearbeitung konzipiert, zum Beispiel um Kontrast und Helligkeit anzupassen, Fehler zu entfernen und Fotocollagen zu erstellen.

Pixel Art Retro-Videospiel-Startbildschirmillustration
Pixel sind winzige, farbige Quadrate, aus denen ein Bild besteht. Gut zu erkennen sind sie in Retro-Videospielen, die Pixel Art nutzen, wie in diesem Design von Jeff Purnawan. Da die Auflösung sehr viel niedriger ist als bei einem Bild, kannst du die Pixel erkennen, aus denen das Bild besteht.

Fotos sind im Grunde hyperrealistische Bilder, da Kameras alle Details, Lichtverhältnisse und Farben der Alltagswelt in digitaler Form einfangen. Computer stellen diese komplexen Bilder dar, indem sie die Informationen durch sogenannte Pixel vereinfacht darstellen. Pixel wiederum sind mikroskopisch kleine Quadrate, die aus einzelnen Farben bestehen.

Wenn du ein Foto auf einem Computer stark vergrößerst, siehst du, wie es in diese Pixel unterteilt ist, und wenn du es wieder verkleinerst, wie die Pixel zu einem realistischen Bild verschmelzen. Abhängig von der Art der Kamera kann ein Foto aus Tausenden Pixeln bestehen, da mehr Pixel auch mehr Details bedeuten – und somit auch eine höhere Bildqualität.

Pixel-basierte Computergrafiken werden in der Regel Rasterbilder genannt und das macht Photoshop zu einem Rasterprogramm (im Gegensatz zu einem Vektor-basierten Programm wie Adobe Illustrator).

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Rasterbilder bestehen aus Pixeln – Farbblöcken, die sich aus der Ferne vermischen
Vektorgrafiken bestehen aus Linien und Kurven, die durch unsichtbare Punkte verbunden sind

Der Vorteil an Rasterbildern ist, dass sie sehr komplex sein können. Das ist der Grund, weshalb Photoshop das beliebteste Programm für detaillierte Werke von Videos bis hin zu Illustrationen ist. Man muss nur mithilfe von Werkzeugen wie dem Pinselwerkzeug, dem Reparatur-Pinsel und dem Kopierstempel ein paar Pixel hinzufügen, um die Detailliertheit zu erhöhen (sei es Farbe, Schattierung oder Textur).

Der Nachteil daran, mit Pixeln zu arbeiten, ist, dass sie eine feste Größe und Platzierung haben. Wenn du eine Figur zeichnest und ihre Nase ändern möchtest, musst du erst diese Pixel löschen und neue Pixel hinzufügen – so wie beim Zeichnen im echten Leben.

Illustriertes scifi buchcoverdesign
Mit Photoshop lassen sich digitale Zeichnungen mit detaillierter Schattierung und Farbe kreieren. Illustration von Piere d’Arterie

Ebenso lässt sich ein Rasterbild nur vergrößern, indem man ihm mehr Pixel hinzufügt. Aber wie du dir vorstellen kannst, ist es so gut wie unmöglich, einem äußerst detaillierten Bild die richtige Anzahl an Pixeln in der richtigen Farbe an den richtigen Stellen hinzuzufügen.

Da ein Computer eine Maschine ist, sieht er statt eines Bildes eine Ansammlung von Pixeln. Das bedeutet, der Computer kann nur erraten, welche Farbe die neuen Pixel haben und wo sie platziert werden, wenn ein Bild hochskaliert wird, und dies führt unweigerlich zu einem Qualitätsverlust. Wenn ein kleines Bild vergrößert und dadurch unscharf wird, weil die Pixel nicht richtig ineinander übergehen, nennen wir das Bild deshalb „pixelig“.

Darüber hinaus müsste man die Farben der zugehörigen Pixel ändern – ebenfalls potenziell Hunderte – und es ist schwierig, die Pixel, die du ändern möchtest, von denen zu trennen, die du nicht ändern möchtest, wenn sie alle zu einem Bild verschmelzen. Photoshop verfügt natürlich bekanntermaßen über Werkzeuge, um Pixel voneinander zu trennen und sie zu bearbeiten, zum Beispiel das Maskieren, aber auch mit diesen Werkzeugen musst du die Pixel größtenteils selbst voneinander trennen.

Im Großen und Ganzen geben dir die Photoshop-Werkzeuge mehr Kontrolle, als du normalerweise hättest, wenn du komplexe Bilder wie Fotos bearbeitest, aber die Bearbeitung simpler Bilder machen sie unnötig kompliziert. Photoshop ist letzten Endes für die Feinabstimmung von Bildern gedacht, die durchgängig mehr oder weniger dieselbe Größe haben.

Sollten Logos in Photoshop erstellt werden?

Die Antwort lautet nein, Logos sollten nicht in Photoshop erstellt werden. Blicken wir noch einmal darauf zurück, was wir gerade besprochen haben: Logos müssen in der Regel simpel und vielseitig sein und Photoshop ist ein Programm, das komplexe Bilder basierend auf einer festen Anzahl von Pixeln erstellt. Diese beiden Dinge unterscheiden sich auf einer fundamentalen Ebene. Du könntest etwas kreieren, was zwar in Photoshop nach einem Logo aussieht, in Wahrheit aber nur das Bild eines Logos (in Pixeln) wäre. Du könntest auch ein Steak mit einem Löffel essen, aber… warum nicht lieber das richtige Besteck verwenden?

Wann kannst du Photoshop für Logodesign nutzen?

Logodesign für brauerei
Photoshop kann nützlich sein, um fertigen Logodesigns Texturen wie einen Korneffekt zu verpassen.  Design von Higher Graphics

Gleichzeitig gibt es im Logodesignprozess ein paar Schritte, bei denen Photoshop nützlich sein kann. Zunächst einmal beim Skizzieren und Brainstromen – wenn du ein Grafiktablet und einen Stylus hast, kann Photoshop eine gute Alternative zum Skizzieren mit Stift und Papier sein. Im Gegensatz zum richtigen Zeichnen, kannst du Skizzen verschieben und die Möglichkeit, mit Control + Z etwas rückgängig zu machen, ist immer super, wenn man etwas zeichnet.

Darüber hinaus kannst du deinem in einem Vektorprogramm erstellten Logo in Photoshop den letzten Schliff verpassen, wenn du magst. Wie bereits gesagt, ist Photoshop ideal für Detailarbeiten. Dadurch ist es das beste Programm für besonders realistische Effekte wie Beleuchtung und Textur.

Photoshop kann sich auch gut eignen, um Versionen des Logos zu erstellen, die nur für die Präsentation beim Kunden oder dein Portfolio gedacht sind, zum Beispiel Produkt-Mockups.

Logodesign und mockup für Makler
Photoshop kann hilfreich sein, um fertigen Logos den Feinschliff zu verpassen, zum Beispiel für Mockups. Design von RedLogo

Diese beiden Szenarien treten allerdings erst ein, bevor und nachdem dein Logo designt wurde. Welches Programm liefert dir nun also eine Logodatei, mit der du auch wirklich arbeiten kannst?

Welches Programm solltest du nutzen, um Logodesigns zu designen?

Da ein Logodesign vielseitig und relativ simpel sein muss, haben sich Vektorprogramme zum Standard für Logodesigns entwickelt. Während Rasterprogramme zahlreiche miteinander vermengte Pixel nutzen, um Bilder zu erzeugen, kreieren Vektorprogramme einfach Formen durch Punkte und Linien.

Diese Programme machen es sehr viel leichter, das Design zu verändern, da man lediglich die Position der Punkte oder Krümmung der Linie anpassen muss. Vektorbilder lassen sich aus diesem Grund auch ohne Qualitätsverlust unendlich in ihrer Größe verändern. Und da du mit ganzen Formen statt Pixeln arbeitest, musst du zum Ändern der Farbe lediglich eine Form anklicken und die Farbe mit dem Farbwähler des Programms auswählen.

Digitales logodesign
Logodesigns sollten in Vektorprogrammen erstellte Vektorbilder sein. Dadurch sind die Bilder weniger detailliert, aber dafür simpler und vielseitiger. Design von Spoon Lancer

Da du dich weniger um grafische Element kümmern musst, sind die Bilder am Ende sehr viel simpler. Während dies ein Nachteil sein kann, wenn du in deinem Werk auf Realismus setzen möchtest, ist es für Logodesign perfekt.

Es gibt viele Vektorprogramme auf dem Markt. Die beliebtesten für Logodesign sind Adobe Illustrator, Affinity Designer und das kostenlose Open-Source-Programm Inkscape.

Schau dir unseren kompletten Guide zu Logodesign-Software an>>

Erstelle kein Logo in Photoshop – du wirst es uns danken

Adobe Photoshop hinterlässt manchmal den Eindruck, ein absoluter Alleskönner zu sein. Aber Achtung, es sollte nicht für Logos verwendet werden. Ursprünglich handelte es sich um ein Bildbearbeitungsprogramm und dies hat zu ähnlichen Disziplinen geführt, die ebenfalls auf Bildern basieren, wie beispielsweise Videos und digitales Zeichnen. Logodesign allerdings ist eine ganz andere Geschichte.

Ein Logodesign ist das Erkennungszeichen einer Marke und trägt viel Verantwortung. Es fließen so viele kreative Überlegungen in das Designen eines Logos – die Farbe, die Form, die Emotionen, die es hervorrufen soll – dass es eine Schande wäre, es mit einem falschen Programm und falschen Bilddateien zu ruinieren. Das beste Programm mag keine Garantie für ein tolles Logodesign sein, aber mit dem falschen Programm ist der Ärger vorprogrammiert. Deshalb benötigst du sowohl den richtigen Dateityp als auch die richtige Person, die dein Logo designt, um ein funktionierendes Logo zu erhalten.

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