Ein guter Fotograf zu sein erfordert nicht, ein guter Webdesigner zu sein. Wenn du die ganze Zeit über Blendenstufen, Schärfentiefe und das Ausbalancieren von leeren Stellen nachdenkst, machst du dir wahrscheinlich keine Gedanken über User Experience, Website-Navigation oder Calls-to-Action. Doch auch wenn es keinen Einfluss auf die Qualität deiner Fotos haben wird, Webdesign zu ignorieren, so wird es doch sehr wahrscheinlich die Qualität deiner Fotografie-Website beeinflussen. Webseiten für Fotografen sind oftmals ein Weg zu neuen Kunden und mehr Arbeit. Wenn deine Seite suboptimal gestaltet ist, könnten dir Aufträge entgehen und du verpasst Gelegenheiten für persönliches Branding, um deinen Namen bekannt zu machen. Wenn du also einen Crashkurs darin möchtest, wie man gute Webseiten entwirft, präsentieren wir dir hier 7 schnelle und praktische Tipps, um eine Fotografie-Website zu erstellen, die deine Kunden lieben werden.

1. Galerien nach Themen unterteilen

Screenshot der Fotografie-Website für Jonathan Glynn Smith
Via Jonathan Glynn Smith

Ein häufiger Fehler auf Fotografie-Webseiten ist, dass sie nur eine einzelne Galerie haben, in der alle Arbeiten gezeigt werden. Da aber die Bilder der Hauptinhalt deiner Website sind, ist es unlogisch, sie alle an denselben Ort zu packen. Stell dir vor, Amazon würde all seine Produkte in einer Kategorie namens „Produkte“ zusammenfassen. Teile stattdessen deine Galerien nach Themen auf. Wenn du dich auf ein paar unterschiedliche Arten der Fotografie spezialisiert hast oder bestimmte Dinge favorisierst, ist das ein guter Anfang. Tayler Smith zum Beispiel unterteilt ihre Galerien sowohl nach Branche („E-Commerce“) als auch Thema („Hunde“). Dadurch werden ihre Fotogalerien nicht nur übersichtlicher, sondern auch einfacher zu navigieren. Einige deiner Besucher wissen bereits, was sie wollen, also lasse sie direkt und ohne Umwege dorthin gelangen. Wenn zum Beispiel jemand daran interessiert ist, Giles Clement für seine Landschaftsaufnahmen zu engagieren, kann er direkt zur Galerie „Erde“ gehen, ohne Zeit zu verschwenden.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Giles Clement
Via Giles Clement
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Tayler Smith
Via Tayler Smith

2. Verzichte auf Überflüssiges

Galerien auf Fotografie-Webseiten unterscheiden sich nicht von richtigen Galerien. An beiden Orten möchtest du nur deine besten Arbeiten präsentieren – zu viel zu zeigen überfordert die Betrachter, verwässert deine beste Arbeit und birgt das Risiko, dass dir der Platz ausgeht! Besonders wenn du deine Fotografie-Website als Portfolio nutzt, möchtest du deine beste Arbeit zeigen und nur deine beste Arbeit. Kurz und bündig hinterlässt einen stärkeren Eindruck als langatmig und durchschnittlich. Wenn man sich Webseiten auf der Suche nach Fotografen ansieht, sieht man viele Kategorien wie „persönliche Sammlungen“ oder „ausgewählte Arbeiten“ (Alan Schaller unten). Dies ist eine gute Taktik, um nur deine besten Fotos zu zeigen, und kann ebenfalls helfen, deine Galerien wie oben erwähnt zu unterteilen. Praktisch gesehen bedeutet eine geringere Anzahl an Bildern, dass du die Anzahl der Thumbnails der bestehenden Bilder erhöhen kannst, wodurch du mehr aus deinen Bildern herausholst. Wenn du genug Überflüssiges entfernst, kannst du sogar ganzseitige Bildergalerien zeigen, so wie Grace Chuang. Allerdings werden ganzseitige Galerien wirkungslos, je mehr Slides man anklicken muss.

Screenshot des Designs der Fotografie-Website für Alan Schaller
Via Alan Schaller
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Sanz Lena
Via Sanz Lena Photography
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Grace Chuang
Via Grace Chuang

3. Priorisiere deine Ziele

Beim Webdesign geht es nicht nur darum, wie eine Seite aussieht, sondern auch wie sie funktioniert. Kluge Webdesigner können die Seite nutzen, um Entscheidungen der Besucher zu beeinflussen, bestimmte Handlungen anzuregen und sogar die Verkäufe anzukurbeln. Welches Hauptziel hat deine Fotografie-Website? Neue Kunden anlocken? Drucke verkaufen? Potenziellen Kunden dein Portfolio zeigen? Kuratoren und Art Directors beeindrucken? Welches dieser Ziele dir am wichtigsten ist, wird darüber bestimmen, welche Webdesign-Strategie du am besten nutzen solltest. Ein Ziel von Adrieana Blazin besteht beispielsweise darin, die Leute dazu zu bekommen, sich für ihren Newsletter anzumelden, daher findet sich am unteren Rand jeder Seite ein Call-to-Action für den Newsletter – diese Art der wiederholten Anzeige an einem dezenten Platz kann die Conversions erhöhen. Danilo & Sharon konzentrieren sich mehr auf das Geschäftliche, daher wollten sie echte Hochzeiten in den Vordergrund stellen. Deshalb ist das die einzige Fotogalerie, die ihre Seite enthält. Bei Amelia Allen dagegen geht es darum, Drucke zu verkaufen, daher steht ihr Shop ganz oben in der Navigation.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Adrieana Blazin
Via Adrieana Blazin Photography
Screenshot des Designs der Fotografie-Website für Danilo & Sharon
Via Danilo & Sharon
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Amelia Allen
Via Amelia Allen

4. Zeige mit deiner „Über mich“-Seite deine menschliche Seite

Besonders für persönliche Veranstaltungen wie Hochzeiten wollen die Menschen keinen Fremden engagieren. Das ist allerdings ein bisschen paradox, denn wie viele Menschen kennen schon einen professionellen Fotografen persönlich? Die Lösung für diese Zwickmühle liegt in der „Über mich“-Seite – der Ort einer Fotografie-Website, an dem du dich den Leuten vorstellst. Nutze deine „Über mich“-Seite, um ein bisschen von dir zu erzählen, und teile ein paar persönliche Dinge. Auch hier gilt kurz und bündig ist besser – niemand möchte die Biografie eines Fremden lesen. Versuche, in ein paar kurzen Absätzen deine menschliche Seite zu zeigen. Wenn du schon lange dabei bist, ist dies auch ein guter Ort, um deine ehemaligen Kunden oder Veröffentlichungen zu zeigen, so wie Lara Jade und Deanie Chen dies tun, oder du baust „Fun Facts“ über dich ein, wie Marvin Lei. Egal was du tust, achte darauf, SEO-Keywords einzubauen, besonders zu deinem Ort und Spezialgebiet. Weiter unten gehen wir noch mehr auf SEO ein.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Deanie Chen
Via Deanie Chen
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Lara Jade
Via Lara Jade
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Marvin Lei
Via Marvin Lei

5. Gib deine Kontaktinformationen an

Auch wenn es offensichtlich scheint, vergiss nicht, deine Kontaktinformationen auf deiner Seite anzugeben, da dies essenziell ist, wenn du als Fotograf arbeitest. Die Kontaktinformation dient gleich zwei Zwecken: Sie ermöglicht es Besuchern deiner Seite, dich zu kontaktieren, sie beweist aber auch, dass du ein Mensch bist. Jemanden aus dem Internet zu engagieren ist mitunter beängstigend und wenn man eine Telefonnummer oder einen gut besuchten Social-Media-Feed sieht, nimmt einem das die Angst, dass du nicht mehr als Fotograf arbeitest oder überhaupt nicht existierst.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Eric Ryan Anderson
Via Eric Ryan Anderson

Da deine Besucher unterschiedliche Vorlieben haben, solltest du so viele Kontaktinformationen wie möglich geben, damit jeder zufrieden ist. Biete eine Mailadresse, Telefonnummer und Links zu deinen Social-Media-Accounts. Deine Stadt oder deinen Ort zu erwähnen ist ebenfalls wichtig, da es Besuchern verrät, wo du tätig bist – oftmals suchen die Leute nach einem Fotografen aus der Umgebung für ihre Veranstaltungen. Wo deine Kontaktinformationen stehen, ist dir überlassen. Viele Fotografen packen sie auf ihre „Über mich“-Seite und unter „Kontakte“ befindet sich lediglich die Möglichkeit, eine Direktnachricht über die Website zu schicken. Pedro Oliveira zeigt seine Nummer und Mailadresse alternativ am unteren Rand der Homepage, damit die Leute nicht erst lange suchen müssen, um ihn kontaktieren zu können.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Pedro in the World
Via Pedro n the World
Screenshot des Designs der Fotografie-Website für Deb Schwedhelm
Via Deb Schwedhelm

6. Konzentriere dich auf SEO

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Christina Marie Photography

Via Christina Marie Photography

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Gavin Gough
Via Gavin Gough
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Will Bremridge
Via Will Bremridge

7. Vergiss Wasserzeichen

Niemand mag Wasserzeichen – weder Betrachter noch Fotografen. Sie lenken vom visuellen Fluss eines Bildes ab, das komplett auf visuellen Fluss angewiesen ist. Wenn du zeigen möchtest, was für ein guter Fotograf du bist, werden Wasserzeichen dein Können nur untergraben. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Nachteile von Wasserzeichen die Vorteile überwiegen.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Adam Bird Photography
Bild mit Urheberrechtshinweis via Adam Bird Photography

„Aber werden die Leute nicht meine Bilder klauen?“ Weißt du was… vielleicht werden sie das. Aber wenn jemand dein Bild klauen will, glaubst du dann wirklich, dass ein Wasserzeichen ihn davon abhalten wird? Du müsstest das Wasserzeichen in der Mitte des Bildes einfügen, um sicherzustellen, dass es niemand manipulieren kann, aber in diesem Fall wäre das Heilmittel schlimmer als das Übel. Falls du dir darum sorgen machst, gibt es andere Wege, um deine Arbeit zu schützen. Adam Bird Photography zum Beispiel zeigt die Urheberrechtshinweise an, wenn man versucht, das Bild von der Website zu kopieren. Oder zeige die Urheberrechtshinweise an einem gut sichtbaren Ort als dezenten Text; schau einfach mal in die untere linke Ecke der Seite von Nukem.

Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Nukem
Via Nukem
Screenshot des Fotografie-Website-Designs für Liller Photo
Via Liller Photo

Wie sieht deine bildhübsche Fotografie-Website aus?

Jeder kann ein Foto machen, aber nicht jeder kann ein gutes Foto machen. Deshalb engagieren sie dich. Wie sehr traust du dir nach dieser Logik zu, eine gute Website zu erstellen? Sicher, Fotografie-Webseiten verlangen nicht viel, aber wenn du sicherstellen willst, dass sie perfekt und für dein Unternehmen optimiert ist, solltest du darüber nachdenken, einen professionellen Webdesigner zu engagieren.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich 2017 veröffentlicht. Er wurde um neue Beispiele und Informationen ergänzt.