Für frisch gegründete Unternehmen oder auch solche, die sich einer Verjüngungskur unterziehen, kann das Entwickeln einer Marke und deren Designästhetik ein kreativer Prozess, allerdings auch viel Stress sein. Deine Marke ist der erste Berührungspunkt, den Kunden mit deinem Produkt oder Service haben, und es ist wichtig, dich von deiner besten Seite zu zeigen.

colorful light bulb
von DesignerHolmes für klamar H

Sobald du eine gute Vorstellung davon hast, was deine Marke vermitteln soll, besteht der nächste Schritt darin, diese Ideen in einen Look und eine Stimme zu übertragen. Auch wenn es anfangs etwas einschüchternd wirken kann, kann man die Entwicklung einer Designästhetik in 6 einfache Schritte unterteilen:

1. Setz dich ans Zeichenbrett

Deine erste Idee mag nicht die beste sein, aber dadurch ist sie nicht weniger bedeutsam. Wenn du mit deinem Branding oder Rebranding beginnst, ist eine Phase der Ideenfindung unerlässlich. Früher hättest du vielleicht ein Vision Board erstellt. Seiten wie Pinterest allerdings bringen das Brainstormen in die moderne Welt.

Denke über dein Unternehmen nach und was deine Kunden denken und fühlen sollen, wenn sie von dir erfahren. Übertrage diese Gedanken und Gefühle dann auf visuelle Anhaltspunkte, die zu dir und deiner Markenpersönlichkeit passen. Durchsuche dann Pinterest (oder, wenn du etwas altmodisch bist, blättere Magazine durch und habe eine Schere zur Hand, um ein schönes Moodboard zu erstellen).

Suche nach Dingen, die für dein Unternehmen wichtig sind. Diese können beinhalten:

  • Andere Unternehmen am Markt
  • Einflussreiche Personen oder Marken, die dir wichtig sind
  • Stimmungen oder Gefühle, die du mit deiner Marke hervorrufen willst

Gehe dann weiter ins Detail. Schaue dir Schriftarten an und suche nach Beispielen wie diese verwendet werden.

moodboard
via (im Uhrzeigersinn) ShakeDesign, Studio—JQ, Betypesimon walker type, The Everygirl, In Color Balance

Du könntest auch ColourBoard in Erwägung ziehen. Diese Seite lässt dich Farbtafeln und Farbpaletten erstellen, um die beste Farbkombination für deine Marke zu finden. Farbe kann ein wichtiger erster Berührungspunkt mit deiner Marke oder deinem Unternehmen sein und eine Farbkombination zu haben, die eine Botschaft sendet, ist unerlässlich.

Diese Phase erlaubt es der Kreativität zu sprudeln und öffnet deinen Geist für Ideen rund um Branding, an die du niemals gedacht hättest. Diese Übung dreht sich nicht darum, sich auf etwas festzulegen oder Entscheidungen zu treffen, sondern darum, etwas zu entdecken.

2. Erstelle eine Persönlichkeit

Du solltest nun eine lange Liste mit Ideen haben! Zeit, sie einzugrenzen. Aber wo fängst du an? Deine Zielgruppe – also die Leute, denen du etwas verkaufen möchtest – sollte die Hauptantriebskraft bei der Wahl deiner Ästhetik sein.

Wenn du es nicht bereits getan hast, solltest du nun eine Marketingpersönlichkeit entwickeln, die dir dabei hilft, die ideale Person zu verstehen, mit der du zukünftig arbeiten wirst. Stelle dir Fragen zu dieser Person: Wo lebt sie? Wo arbeitet sie? Wo holt sie sich Informationen? Was begeistert sie?

Wenn du einen umfassenden Überblick über diese Informationen hast, kannst du diese Werte mit einem bestimmten Look verbinden und solltest dabei…

3. Designstile verstehen

Designästhetiken verändern sich immerzu, aber Marken, welche die richtige finden, benötigen später selten ein Rebranding. Denke über einige deiner Lieblingsmarken nach. Wie viele Logoänderungen (die über eine leichte Auffrischung hinausgehen) haben sie im Laufe ihrer Unternehmensgeschichte schon vollzogen?

Es gibt viele erwägenswerte Stile, einschließlich:

  • Klassisch: Denke an Marken wie Coca-Cola oder Goodyear. Auch wenn aktuelle Trends aufregend und frisch scheinen mögen, haben sie auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, schnell aus der Mode zu sein. Mit einer klassischen Designästhetik für deine Marke könntest du über etwas mit beträchtlichem Durchhaltevermögen verfügen und ein breites Publikum erreichen.
  • Retro: Das Starbucks-Logo im Stile eines Abzeichens ist ein gutes Beispiel für ein gut gemachtes Retro-Logo. Retro-Designs eignen sich hervorragend für Marken mit der passenden Ästhetik. Hippe Cafés und alte Friseursalons profitieren von diesem Look. Während sich manche Retro als alten Hut vorstellen, lebt seine Beliebtheit wieder auf, was deine Marke zu ihrem Vorteil nutzen kann.
  • Material: Google simples Logo ist ein tolles Beispiel dafür – wahrscheinlich, weil sie ihn erfunden haben! Diese innovative und moderne Technik (die Weiterentwicklung des Flat Design) nutzt Raster, Licht und Schatten, um moderne Grafiken zu kreieren. Dies könnte das richtige Design für jemanden sein, der größtenteils im Internet vertreten ist.
  • Handgefertigt: Dies ist ein neuerer Trend und die Logos sehen aus, als wären sie gezeichnet oder mit Kreide geschrieben. Diese Technik funktioniert nicht ganz so gut für traditionelle oder gar Tech-Unternehmen, aber kleinere Marken, die vielleicht ein handgefertigtes Produkt haben, können von diesem zurückhaltenden Stil profitieren.
  • Modern/Minimalistisch: Denke an Apple. Simples Design, aber jeder weiß, wofür sie stehen. Minimalistische Stile haben das größte Potenzial für Verbesserungen oder Änderungen (so wie Apple von einem Regenbogen zu Weiß überging ohne die Form zu verändern). Sie funktionieren in verschiedenen Branchen und ermöglichen eine Weiterentwicklung.
logo styles

Und das ist nur eine Handvoll Grafikdesignstile, die in den letzten 50 Jahren aufkamen. Vielleicht bist du bei deiner Recherche auf ein paar andere gestoßen. Da du nun weißt, an wen du verkaufst, kannst du deine Looks auf die eingrenzen, die zu dir passen. Versuchst du, eine langlebige Marke aufzubauen, die eine breite Zielgruppe anspricht? Dann solltest du über eine klassische Designästhetik nachdenken. Versuchst du, Teenager oder Menschen in ihren 20ern zu erreichen? Dann bist du mit dem neuesten Material Designtrend besser dran.

4. Finde eine Balance

Während des Brainstormens hast du vielleicht festgestellt, dass du ein paar Favoriten hast. Wir alle haben unsere Lieblingslogos und Kampagnen und es kann schnell passieren, diese nachzumachen. Während dich andere Marken garantiert inspirieren, solltest du darauf achten, niemanden zu kopieren und und selbst zu bleiben.

Deine Markenstandards sollten einzigartig genug sein, dass man dein Unternehmen erkennt, ohne dabei an eine andere Marke zu denken, besonders wenn ihr in derselben Branche tätig seid. Was kannst du tun, wenn du Antiquitäten verkaufst und all deine Wettbewerber handgefertigte Vintage-Designs verwenden? Du könntest in eine komplett andere Richtung gehen (ein minimalistisches Logo kann dich abgrenzen) oder ein kleines, aber wichtiges Unterscheidungsmerkmal wählen (alle nutzen schwarze Logos, aber du weißt, dass Violett genauso luxuriös sein kann und seltener verwendet wird).

Die richtige Balance zwischen Inspiration und Kopie zu finden kann schwierig sein, aber deine eigene Persönlichkeit in dein Design einfließen zu lassen, kann dir oder deinen Designern helfen, etwas 100 % Einzigartiges zu kreieren.

5. Es muss überall funktionieren

stella & dot design aesthetic
stella & dot hat eine Designästhetik, die auf all ihren Social-Media-Plattformen und ihrer Website einheitlich ist.

Da digitale Medien immer verbreiteter werden, hat Branding einen ganz neuen Look erhalten. Dein Name, Look und Motto sind nicht mehr hauptsächlich an deinem Schaufenster oder in einer Broschüre zu sehen. Stattdessen musst du an eine ganze Reihe von Orten denken, an denen deine Ästhetik passen muss, einschließlich:

  • Deine Website
  • Social-Media-Profile
  • Onlineanzeigen
  • Blogs

Denke bei der Wahl der Elemente wie Farbe und Formen daran. Wenn die Leute viel Zeit auf deiner Website verbringen werden, solltest du über augenfreundlichere Farben nachdenken. Klassische Designprobleme wie Weißraum und Ränder spielen eine noch größere Rolle, wenn man die Größe und Platzierung von Bannern in den sozialen Medien bedenkt. Überlege, wo deine Zielgruppe online mit deiner Marke interagiert und wie sie sich jedes Mal dabei fühlen soll.

Nutze Bildvorlagen für soziale Medien, um deine Bilder zu erstellen, bevor du sie hochlädst oder die Seiten erstellst. Du kannst auch mit einer Demoversion deiner Website und deines Blogs arbeiten, um sicherzustellen, dass die Ästhetik funktioniert, bevor du sie veröffentlichst oder austauscht. Wenn du Kunden oder Leute hast, denen du vertraust, schicke ihnen deinen Look und hol dir ehrliches Feedback von ihnen. Es gibt auch eine Reihe von Seiten, die Unternehmen Feedback zu ihrem Branding und ihren Webseiten geben.

 6. Hol dir Feedback

Branding kann für jeden eine beängstigende Aufgabe sein. Der Gedanke daran, dass etwas so eng mit der Identität deines Unternehmens und seinem Erfolg verbunden ist, ist erdrückend. Egal ob du nach Empfehlungen zur Platzierung der Schriftart suchst, welche Farben du wählen sollst oder einfach herausfinden willst, ob dein Design sympathisch ist, es lohnt sich definitiv, andere um Rat zu fragen. Nicht jeder mag mit deiner Wahl einverstanden sein (die Leute lieben es, ihren Senf dazuzugeben). Ein negatives Urteil bedeutet nicht, dass du alles ändern solltest. Aber wenn du genügend Leute fragst und sich Muster auftun, solltest du vielleicht noch mal einen Schritt zurückgehen und überlegen, ob du etwas ändern solltest. (Und wenn du es genügend Leuten geschickt hast, wird hoffentlich einer in der Lage sein, dich darauf hinzuweisen, falls du versehentlich einen Branding Fail begangen hast!)

Es mag Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, den richtigen Look für dein Unternehmen zu finden, aber wenn du von Grund auf beginnst, wird dir dies helfen, dich für eine Designästhetik zu entscheiden und den perfekten Look für deine Marke zu finden. Am Wichtigsten ist, dass du daran denkst, dass es Spaß machen soll. Also atme tief durch und lasse deiner Kreativität freien Lauf!

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Dieser Artikel wurde von Louise A verfasst, einer Autorin aus Houston mit einer Leidenschaft für Popkultur.