Heutzutage ist eine Website für Unternehmen unverzichtbar, egal ob du einen Onlineshop einrichten möchtest oder einfach einen Ort brauchst, an dem deine Kundschaft Informationen findet. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, gibt es jede Menge Webdesigner:innen und mindestens genau so viele Wege, sie zu finden und zu engagieren. Aber viele Optionen zu haben ist nicht immer unbedingt etwas Gutes.

Denke an das Phänomen der zu großen Auswahl, bei dem eine Fülle an Auswahlmöglichkeiten es erschwert, eine Wahl zu treffen, da mehr Optionen auch bedeuten, dass man mehr falsch machen kann. Das Potenzial, überfordert zu sein, ist umso größer, wenn man noch nie mit Designern zusammengearbeitet hat. Daher haben wir diese Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, um dir zu erklären, wie man Webdesigner:innen findet und engagiert.

illustration: webdesigner finden und engagieren
Illustration von OrangeCrush

Schritt 1: Beginne mit einem Webdesign-Briefing

Bevor du einen Webdesigner oder eine Webdesignerin engagierst, solltest du eine gute Vorstellung davon haben, was du benötigst. Du denkst vielleicht „Ich brauche offensichtlich eine Website…“ Aber was für eine Website? Wie viele Seiten? Welche Inhalte sollen auf die einzelnen Seiten? Wie lauten die Überschriften und Texte? Nach welchem Stil suchst du?

Diese (und weitere) Einzelheiten musst du dem Webdesigner oder der Webdesignerin vermitteln.

Buntes Sushi-Restaurant-Webdesign
Webdesign von Iconic Graphics

Wenn du zum ersten Mal eine Website erstellen lässt (oder mit irgendeiner Art Designer arbeitest), ist dir möglicherweise nicht ganz klar, was ein Webdesigner macht und was nicht. Prinzipiell nimmt ein Webdesigner den blanken Inhalt der Website, den du ihm gibst, und gestaltet ihn basierend auf deiner Marke und seiner eigenen Kenntnisse der Webdesign-Standards. Für eine erfolgreiche Arbeit mit einem Webdesigner solltest du sicherstellen, möglichst viele der folgenden Dinge vorab parat zu haben:

  • Digitalstrategie: Warum erstellst du die Website? Welche (messbaren) Ziele hat sie? Ein Marketingprofi kann dir dabei helfen.
  • Marktforschung: Beziehe sowohl Zielgruppe als auch Mitbewerber ein.
  • Budget und Zeit: Überlege dir sowohl dein ideales als auch maximales Timing und deinen Preis.
  • Liste mit Seiten und notwendigen Seitenelementen: Erstelle ein grobes Wireframe und Seitenverzeichnis.
  • Logo und Branding: Ein Logo- und/oder Branding-Designer kann dir dabei helfen. Denke hier auch an Dinge wie Schriftarten und Farbschemata.
  • Website-Text: Ein Texter kann dir dabei behilflich sein.
  • Bilder und Videos: Ein Webdesigner kann von sich aus Stockbilder finden, aber sei dir bewusst, dass du dennoch Lizenzen dafür erwerben musst. Für etwas mehr Authentizität kannst du deine eigenen Medien zur Verfügung stellen. Denke aber daran, dass du dazu möglicherweise einen Fotografen/Videoproduzenten engagieren musst, um diese in guter Qualität zu erhalten.
  • Stilistische Referenzen: Schau dir ein paar Webseiten an, um Stile zu finden, die du gern nachahmen oder vermeiden möchtest.
  • Benötigte Dateien: Wenn du mit einem Programmierer oder einer Programmiererin arbeitest, achte darauf, welche Webdesign-Dateien er oder sie benötigt.
Webdesign für eine Filmproduktionsfirma
Webdesign von KisaDesign

Schließlich musst du all diese Dinge in einem Kreativ-Briefing zusammenfassen, damit du deine Projekteinzelheiten einem Designer übergeben kannst.

Schritt 2: Entscheide, welche Art Designer du benötigst

In der Regel denkt man zuerst an „Webdesigner“, wenn jemand sagt „Ich brauche eine Website!“ Aber die Wahrheit ist, dass Webdesign nur eine von vielen Disziplinen innerhalb des umfassenden Feldes des digitalen Designs ist. Es ist wichtig, die unterschiedlichen Disziplinen zu verstehen, um sicherzustellen, dass ein Webdesigner genau das ist, was du zum Erreichen deiner Ziele benötigst. In manchen Fällen benötigst du mehrere Designer oder Spezialisten.

Schau dir hier an, welche Arten von Designer es gibt>>

Der Begriff „Webdesigner“ beschreibt Fachkräfte, die sich auf den visuellen Teil einer Website konzentrieren, den User sehen und mit dem sie interagieren. Sie erstellen Mockup-Bilder der Website mithilfe von Programmen wie Photoshop oder Sketch. Webentwickler machen aus diesen Mockups dann funktionierende Webseiten. Um es also noch mal ganz klar zu sagen: Webentwicklung und Webdesign sind unterschiedliche Disziplinen und du benötigst beide, um eine Website zu erstellen.

Skizzenartige Illustration eines Designers, der an mehreren Computern arbeitet
Illustration von Konstantin Kostenko

Die meisten Webdesigner kümmern sich heutzutage sowohl um die Mobil- als auch Desktopversion der Seite, um eine visuelle Einheitlichkeit aufrechtzuerhalten (allerdings solltest du dich im Vorhinein bei deinem Designer nach dem Preis erkundigen). Gleichzeitig wirst du wahrscheinlich einen App-Designer und/oder UX Designer brauchen, wenn du ein Mobildesign mit erweiterten Funktionen (z. B. Shopping, Chatting oder Erstellung von Profilen) benötigst.

Neben der Wahl der richtigen Designdisziplin solltest du auch andere projektspezifische Dinge und Vorlieben berücksichtigen. Ist es für dich zum Beispiel in Ordnung, mit jemandem aus der Ferne zusammenzuarbeiten, oder benötigst du einen Designer vor Ort? Handelt es sich um ein einmaliges Webdesign oder muss die Seite fortlaufend gewartet und aktualisiert werden – mit anderen Worten, brauchst du einen temporären und permanenten Webdesigner?

Schritt 3: Erstelle eine Liste mit potenziellen Webdesignern

Da du nun eine bessere Vorstellung davon hast, was du benötigst und wen du dafür brauchst, musst du nur noch den Webdesigner finden. Natürlich solltest du mehr als nur einen finden: Du solltest eine Liste erstellen, um mehrere Optionen zur Auswahl zu haben. Schauen wir uns einige Möglichkeiten an, um Webdesigner zu finden und zu engagieren.

Webdesign für Abenteuermarke
Webdesign von page1 Branding
  • Empfehlung: Einer der offensichtlichsten und verlässlichsten Wege, um Webdesigner zu finden, besteht darin, einfach deine beruflichen Kontakte zu mobilisieren. Frage sie, ob sie schon mal mit Webdesignern gearbeitet haben, die sie empfehlen können. Dies wird dir nicht nur helfen, einen Designer zu finden, sondern dir auch die Gewissheit geben, dass er gute Arbeit leistet.
  • Freelancer-Webseiten: Freelancer-Plattformen sind weltweite Online-Communitys, die speziell dafür gemacht wurden, damit Kreative und Kunden zusammenkommen und miteinander arbeiten können. Auf einer Plattform wie 99designs kannst du dir ganz einfach Designer-Portfolios ansehen, Designern schreiben, Preise verhandeln, Dateien verschicken und empfangen, sichere Zahlungen austauschen und eine Bewertung hinterlassen, ohne die Website verlassen zu müssen.
  • Professionelle Networking-Seiten: Du kannst auf einer Seite wie LinkedIn ein Jobangebot posten. Dadurch wirst du eine große Auswahl an Kandidaten bekommen, aber prüfen musst du sie selbst (obwohl viele Unternehmen Software nutzen, um Lebensläufe automatisch zu überprüfen). Dieser Weg eignet sich in der Regel besser für feste Stellen als einmalige Projekte, aber auch, um jemand aus deiner Nähe zu finden.
Webdesign für Videoproduktionsfirma
Webdesign von Bee^Dee
  • Personalagenturen: Diese Nutzen dein Projekt-Briefing, um dir Interview-Kandidaten zu vermitteln. Solche Agenturen verlangen für jede erfolgreiche Vermittlung eine Gebühr: in der Regel in Höhe eines gewissen Prozentsatzes des Gehalts im ersten Jahr. Creative Circle ist ein Beispiel dafür, um Webdesigner zu finden.
  • Webdesign-Firmen: Webdesign-Firmen sind Agenturen, die sich auf Designdienste spezialisiert haben. Hier findet man in der Regel alles unter einem Dach, von Marketingberatung über Webdesign bis hin zu Webentwicklern. Diese sind im Allgemeinen aber teurer und können schon mal bis zu Zehntausende Euro verlangen. Du findest Designagenturen auf Seiten wie Clutch, die Märkte analysieren, um Ranglisten mit Firmen zu erstellen.

Schritt 4: Wähle den besten Designer für dein Projekt

Nun ist es an der Zeit, deine Kandidatenliste einzugrenzen. Denke daran, dass du mehr als nur einen hervorragenden Webdesigner brauchst – du brauchst den richtigen Webdesigner. Dazu solltest du dir die Portfolios der Designer ansehen und ihre Professionalität bewerten.

Buntes Webdesign für Psychologiemarke
Webdesign von Realysys

Ihr Portfolio sollte natürlich gut aussehen. Noch wichtiger aber ist, dass es durchgängig gut aussieht. Wenn du ein Portfolio begutachtest, solltest du dir nicht nur die ersten paar Arbeiten ansehen (die in der Regel die besten sind) und sicherstellen, dass sie jede Menge Beispiele und einen konstanten Qualitätsstandard aufzeigen.

Während sich „hübsches“ Design leicht erkennen lässt, solltest du bei der Bewertung der Designqualität pragmatisch sein. Vor allem solltest du an deine Marke denken: Egal wie talentiert ein Designer ist, der Stil muss zu deinem Projekt und deiner Zielgruppe passen.

Schau dir an, wie man Designqualität beurteilt

Webdesign für Personalberater
Webdesign von Smashing Boys

In dieser Phase solltest du die Kandidaten kontaktieren, um das Projekt mit ihnen genauer zu besprechen und sicherzugehen, dass sie überhaupt Interesse haben. So bekommst du auch einen guten Eindruck davon, wie professionell sie sind und wie sie kommunizieren. Dies kann schwer einzuschätzen sein, da es von zwischenmenschlichen Faktoren, deiner eigenen Wahrnehmung und deinem Bauchgefühl abhängt.

Professionalität ist mehr als nur Höflichkeit. Es geht um Kompetenz. Reden sie so, als hätten sie diese Art Projekt schon mal gemacht? Haben sie Erwartungen? Wie klar sind ihre Bedingungen? Scheinen ihre Fragen zu deinem Projekt klug und aufschlussreich? Und wirken sie ernsthaft begeistert vom Projekt und der Marke?

Schritt 5: Verhandele Bedingungen und Preis

Die letzte Überlegung beim Engagieren eines Webdesigners ist gleichzeitig die praktischste: Finde heraus, ob ihr Preis und Zeitplan zu deinen Vorstellungen passt. Was die Kosten angeht, haben manche Webdesigner standardisierte Preise (pro Seite, pro Arbeitsstunde etc). Manche variieren den Preis von Projekt zu Projekt, sobald sie ermittelt haben, wie viel Arbeit erforderlich sein wird.

Wichtig ist, dass du die konkreten Preiskonditionen verstehst. Wann und wie wird die Zahlung abgewickelt? Sind Versionen für Smartphones und Tablets enthalten? Wie viele Überarbeitungen kannst du verlangen, bevor sie als zusätzliche Arbeit abgerechnet werden? Was passiert, wenn das Webdesign mehr Zeit benötigt als erwartet? Was passiert, wenn eine der beiden Seiten das Projekt absagt?

Einer der sichersten Wege zu einem misslungenen Projekt ist die fehlerhafte Kommunikation der genauen Bedingungen in der Anfangsphase. Versuche also, alle möglichen Details zu klären.

Finde heraus, welche Fragen du stellen musst, bevor du einen Designer engagierst>>

Webdesign für TikToker
Webdesign von andrei2709

Und schließlich müsst ihr euch einigen, wie die Arbeit vonstatten gehen soll. Werdet ihr per Mail oder über eine sichere Arbeitsumgebung wie 1-zu-1 Projekte von 99designs kommunizieren? Falls du regelmäßige Meetings brauchst, wie oft und wo sollen diese stattfinden?

Wenn ihr euch nicht auf Bedingungen einigen könnt, gehe zurück zu Schritt 3. Ansonsten ist es keine schlechte Idee, diese Bedingungen schriftlich festzuhalten – vorzugsweise in einem Freelancer-Vertrag. Eine der wichtigsten Bedingungen, die du brauchst, ist die Vereinbarung, dass deine Zahlung dir die alleinigen Rechte am geistigen Eigentum des Designs sichert. 99designs bietet Usern speziell für diesen Zweck die Nutzungsrechte-Übertragungsvereinbarung.

Engagiere den richtigen Webdesigner

Dank der großen Nachfrage kannst du beinahe überall einen Webdesigner finden und engagieren. Denke aber daran, dass die wahre Herausforderung erst kommt, nachdem du einen Webdesigner engagiert hast. Jetzt musst du das Webdesign kreieren! Das ist nicht nur Aufgabe des Webdesigners: Der Schlüssel zu einer gesunden Arbeitsbeziehung ist Kommunikation und wohlüberlegtes Feedback und es kann etwas Arbeit deinerseits erfordern, dies richtig zu machen.

Vergiss hinterher nicht, eine Bewertung auf der Plattform des Designers zu hinterlassen, wenn die Zusammenarbeit gut war. Und wann immer einer deiner Bekannten oder Kollegen einen Webdesigner engagieren muss, weißt du, wen du empfehlen kannst.

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