Die bekanntesten Logos der Welt sind uns sofort vertraut. Sie drücken nicht nur die Identität einer Marke aus, sondern helfen auch dabei, ihre Zukunft zu gestalten. Hinter jedem bekannten Logo stecken ein talentierte Designer:innen.

Einige der bekanntesten Logos der Welt wurden von Menschen kreiert, die mit Leib und Seele Teil der Marke sind: die Unternehmensgründer:innen selbst. Aber wie diese Liste uns zeigen wird, wurden diese Symbole auch von Student:innen kreiert, die sich etwas dazuverdienen wollten, und von berühmten Logodesigner:innen mit Hunderten großartiger Konzepte. In diesem Artikel schauen wir uns die Geschichten hinter den großartigsten Logos der Welt an, von Coca-Cola über den Wu-Tang Clan bis hin zur weltgrößten Suchmaschine und französischer Haute Couture.

illustration: hände zeichnen an einem schreibtisch
Illustration von OrangeCrush

Frank Mason Robinson

Das moderne Logo hat seine Wurzeln in der Heraldik und den Hieroglyphen, nahm aber erst im 19. Jahrhundert Form an. Der Farbdruck und das Aufkommen der Mittelklasse in Nordamerika und Europa führten dazu, dass mehr und mehr Unternehmen ihre Produkte durch aussagekräftige, individuelle Designmerkmale abgrenzen wollten.

altes Coca-Cola logo
Frühes Coca-Cola-Logo via Book of Days

Die ersten Logodesigner:innen waren keine Spezialist:innen: Der Schöpfer des Coca-Cola-Logos, Frank Mason Robinson, war der Buchhalter des Unternehmens. Er hatte die Idee sowohl zum Produktnamen als auch dem Schriftzug, der sich in den 1880er Jahren von einer normalen Serifenschrift hin zu einer fließenden Spencer-Schrift entwickelte – damals die gängige Schrift für Unternehmen in den USA. Robinson war in den darauffolgenden Jahren für einen großen Teil der Werbung des Unternehmens verantwortlich und in seiner Rolle als Gesellschaftssekretär und Schatzmeister hatte er einen wesentlichen Anteil daran, dass das Getränk seit Anfang des 20. Jahrhunderts kein Kokain mehr enthielt.

Coco Chanel

Chanel logo brosche
Chanels berühmtes Logo ist ein Monogramm. Via Farfetch

Coco Chanels Persönlichkeit hat ihre Marke definiert – wer hätte sich also besser geeignet, ihr Logo zu kreieren als sie selbst? Die symmetrischen, ineinandergreifenden C des Chanel Logos stehen für ihre Initialen und wurden von den verschachtelten Rundungen der Buntglasfenster am Kloster Obazine im Südwesten Frankreichs inspiriert.

Nachdem ihre Mutter starb, wuchs Chanel in einem Waisenhaus des Klosters auf und prägte mit ihrer eleganten, aber bequemen Kleidung und ihren berühmten Parfüms die Mode des 20. Jahrhunderts. Dieses starke, elegante und minimalistische Logo – eine ausgezeichnete Verkörperung von Chanels Mantra „weniger ist mehr“ – rückt die Designerin ins Rampenlicht. Es ist bis zum heutigen Tage unverändert.

Paul Rand

Paul Rand’s IBM logo
Paul Rand schuf 1971 IBMs berühmtes Logo. Via IBM

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Branding so wichtig, dass es sich zu einer eigenständigen Branche entwickelte. Einer der berühmtesten frühen Logodesigner war Paul Rand, der nicht nur sich selbst ein Rebranding verpasste (er wurde als Peretz Rosenbaum geboren), sondern laut seinem Kollegen Lou Danziger „beinahe im Alleingang Unternehmen davon überzeugte, das Design ein wirkungsvolles Instrument sei.“

Rand, der ursprünglich Stockbilder kreierte, designte nun Magazine und in den 1950er Jahren prägte er die größten Marken Amerikas. Er bestand darauf, direkt mit Textern zusammenzuarbeiten, statt sich nur von ihnen briefen zu lassen, was es ihm ermöglichte, direkt mit Klient:innen zu arbeiten. Er bat einmal darum, nur in Teilzeit zu arbeiten und dafür den doppelten Lohn zu bekommen (was ihm auch bewilligt wurde). Neben vielen anderen maßgeblichen Logos sind die acht horizontalen Balken, die IBM ein Gefühl von „Geschwindigkeit und Dynamik“ verleihen sollen, bis heute legendär.

Carolyn Davidson

Im Jahr 1971 wollte Phil Knight, Gründer von Blue Gibbon Sports, sein Unternehmen umbenennen und ihm ein Rebranding verpassen. Als er in der Portland State University einen Flur entlangging, hörte er, wie sich eine Studentin darüber beschwerte, sich die Materialien für ein Ölgemälde nicht leisten zu können, und gab ihr die Chance, an einem Logo zu arbeiten.

nike logo von 1971
Nike-Logo aus dem Jahr 1971. Es wurde im Laufe der Zeit zwar überarbeitet, der „Swoosh“ ist allerdings als Unternehmenslogo erhalten geblieben. Via Wikipedia

Nach 17,5 Stunden Arbeit zu einem Stundenlohn von 2 $ entwarf Carolyn Davidson den Swoosh, indem sie ein Häkchen mit einer Flügelform kombinierte. Das Logo bezog sich auf die geflügelte griechische Siegesgöttin, die Knights neuem Unternehmen seinen Namen gab: Nike. Davidsons Kreation ist mittlerweile so bekannt, dass der Swoosh häufig ohne Markennamen oder Slogan verwendet wird. Zusätzlich zu diesen 35 $ bekam sie 1983 Unternehmensanteile, die mittlerweile einen Wert von über 1 Million Dollar haben.

John Pasche

Davidson ist nicht die einzige Studentin, die sich etwas dazuverdienen wollte und dabei eine moderne Ikone schuf. 1970 bekam die Royal Academy of Arts in London einen Anruf von Mick Jagger. Der Frontmann der Rolling Stones bat sie, einen Studenten für die Gestaltung eines Poster für die Europatour der Band zu empfehlen. Pasche benötigte zwei Wochen, um ein episches Poster mit einem Kreuzfahrtschiff zu designen und ein begeisterter Mick Jagger tauchte auf seiner Abschlussfeier auf und bat ihn, ein Logo für die Band zu designen.

John Pasches Tongue-Logo für die Rolling Stones
Zungen-Logo von John Pasche für die Rolling Stones via V&A

Das Ergebnis war das berühmte Zungen-Logo. „Das Designkonzept für die Zunge sollte die antiautoritäre Haltung der Band widerspiegeln sowie Micks Mund und die offensichtlichen sexuellen Assoziationen“, erklärte Pasche. Ihm wurden ursprünglich 50 £ für das Logo gezahlt, aber er behielt die Urheberrechte, die er später an die Band verkaufte. In den darauffolgenden Jahren kreierte er Poster für die Rolling Stones, The Who und Paul McCartney.

Mathematics

Wu-Tang onesie
Wu-Tang Clan Onesie via Impericon

Bandlogos sind oftmals verspielt und entstehen spontan. Das richtige Logo kann ein integraler Bestandteil der Identität einer Band und eine wertvolle Einkommensquelle sein, die alles von T-Shirts über Brettspiele bis hin zu Stethoskopen ziert. Dabei ist es nicht immer einfach, die richtige Mischung aus Extravaganz und Verständlichkeit zu finden. Frag nur mal Ronald Bean (besser bekannt als Mathematics), Mitglied des Hip-Hop-Kollektivs Wu-Tang Clan.

Der Produzent und Designer arbeitete ursprünglich an einem Design, bei dem eine Hand aus einem w-förmigen Körper herausragte und einen blutigen, abgetrennten Kopf hielt, als Anspielung auf die Single „Protect Ya Neck“. Wu-Tang-Frontmann RZA entschied vernünftigerweise, dass das Bild zu krass war, hatte allerdings nur noch einen Tag, bis neue Sticker gedruckt werden sollten. Mathematics verwarf den Kopf und machte aus dem „W“ ein ikonisches, fledermausförmiges Zeichen mit dem Bandnamen in der Mitte und kreierte so eines der einflussreichsten Logos der Rapszene.

Guy-Manuel de Homem-Christo

Chrome Daft Punk logo
Die chromfarbene Version des berühmten Daft-Pink-Logos. Via Logolynx

So gut wie jede Band möchte Publicity, aber viele wollen, dass ihre Musik im Mittelpunkt steht und nicht die Künstler selbst. Das französische Elektro-Duo Daft Punk, das House mit Funk, Indie und Hip Hop mischte, versteckte sich hinter Masken und gab nur selten Interviews. Stattdessen entwickelte die Band ihre visuelle Identität mithilfe ihrer Roboterkostüme und ihrem berühmten Logo, das von Bandmitglied Guy-Manuel de Home-Christo entworfen wurde.

Home-Christos kritzelige Schrift und die rechteckige Form spielen auf die Aufnäher an, die 80er-Jahre-Rockfans sich an ihre Jacken und Taschen nähten. Dieser gelungene Ansatz zeigt, wie sehr sich die Gruppe früheren Musiktrends verbunden fühlt, und legt den Fokus darauf, wie das Publikum die Musik interpretiert. Das Logo war so vielseitig, dass es in einer Reihe von Farben funktionierte, einschließlich eines charakteristischen flüssigen Chrom-Looks, der sowohl auf die Zukunft als auch auf die Vergangenheit deutete.

Gerry Barney

In den letzten 60 Jahren wurde Großbritanniens Eisenbahn erst privatisiert und dann wieder teilverstaatlicht, wobei einige Strecken gestrichen wurden und Hochgeschwindigkeitsstrecken hinzukamen. Eeine Sache blieb dabei immer gleich: Gerry Barney Doppelpfeil-Logo, das die Zeit überdauert hat.

Gerry Barney’s British rail logo
Gerry Barney entwarf sein Logo für British Rail in der U-Bahn. Via Wikipedia

Das Logo entstand, als British Railway sich Anfang der 60er in British Rail umbenannte, und ersetzte den roten Löwen durch ein Symbol, das besser in die moderne Zeit passte. Der 24-jährige Barney war damals noch nicht in einer Position, um sich mit dem Management von British Rail zu treffen, und entwarf die Skizze auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn. Er sagt: „Ich habe es wirklich auf der Rückseite eines Briefumschlags gezeichnet.“ „Als ich im Büro ankam, arbeitete ich es weiter aus. Es ist genau so, wie ich es beim ersten Mal gezeichnet habe, mit geraderen Linien. Ich musste es nur noch formalisieren.“

Paula Scher

Paula Scher’s logo design for Citibank
Das Logo der Citibank wurde zuerst auf einer Serviette skizziert. Via Pentagram

Klingen 1,5 Millionen Dollar für eine Skizze auf einer Serviette nach einem Schnäppchen? Als Citicorp und Travelers Group 1998 fusionierten und so die Citibank entstand, zahlten sie Paula Schers Agentur Pentagram 10 Millionen Dollar, um eine Markenidentität für den neuen Giganten zu entwerfen, von denen 1,5 Millionen Dollar ins Logo flossen. Bei einem Meeting mit Führungskräften der Citibank kritzelte die berühmte Logodesignerin auf einem Stück Papier herum und entwarf so in nur fünf Minuten die erste Skizze.

Schers Erfahrung half ihr dabei, sich ein großartiges Konzept auszudenken und es auf verlockende Weise zu präsentieren. Ihr smartes, schwungvolles Citibank-Logo ist eines der markantesten Unternehmensprojekte, an denen sie gearbeitet hat, aber Scher ist beinahe genauso bekannt für ihre verspielten, postmodernen Poster für Theater, Galerien und Kulturveranstaltungen. Sie ist der Beweis dafür, das Designschaffende ihrer Leidenschaft nachgehen können und sich nicht auf einen Stil beschränken müssen.

Ruth Kedar

Als Ruth Kedar das erste Logo für Google entwarf, war sie Kunstprofessorin an der Standford University und die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin Ph.D.-Studenten.

Ruth Kedar’s logodesign für Google
Ruth Kedars Google-Logo aus dem Jahr 1999. Via 1000 Logos

Brin und Page kontaktierten verschiedene Designer und Designerinnen mit der Bitte um ein Logo. Kedar glaubt, dass Google sich für sie entschied, weil sie jedes Meeting als Zusammenarbeit betrachtete. Sie erklärt: „Der Zweck dieser Präsentationen ähnelt Alice im Wunderland. Jede Präsentation ist eine Gelegenheit für sie, ihre Gedanken zu vertiefen, und für mich, mehr zu lernen und mehr zu verstehen.“ Kedars Design nutzte die Schriftart Catull, in der klare Linien mit einem traditionellen Stil kombiniert wurden. 2015 wechselte Google zu einer simplen, geometrischen Schriftart, aber Kedars Arbeit ist nach wie vor die Grundlage für fast jede Suche, die wir durchführen.

Berühmte Logos und ihre Designer:innen

Wie wir gesehen haben, gibt es mehr als einen Weg, um ein ikonisches Logo zu kreieren. Manche berühmte Logos entstanden aus sorgfältiger Recherche und zahlreichen Meetings. Andere entstanden einfach, weil der Designer zur rechten Zeit am rechten Ort war. In Zukunft sehen wir vielleicht Logos mit radikaler Typografie oder im Grunge-Stil, doch was sich nie ändern wird, ist, dass es Kreative braucht, die deine Vision verstehen – und aus dieser ein modernes Symbol formen.

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